Serbiens „Kokain-König“ beschuldigte Polizei-Spitzenfunktionär
Belgrad (APA) - Serbiens „Kokain-König“, Darko Saric (45), der sich nach vierjähriger Flucht im März der Belgrader Justiz gestellt hat, sorg...
Belgrad (APA) - Serbiens „Kokain-König“, Darko Saric (45), der sich nach vierjähriger Flucht im März der Belgrader Justiz gestellt hat, sorgt wieder für Aufsehen. Der Mafiaboss hat am Montag den Chef der serbischen Kriminalpolizei (UKP) Rodoljub Milovic beschuldigt, einen Schauprozess gegen ihn initiiert zu haben.
Milovic habe die einst landesweit führende Mafia-Gruppe, den Zemun-Clan, gebildet und von diesem Geld genommen, erklärte Saric. Er habe aus ihm einen neuen Clan-Chef machen wollen, erläuterte Saric. Der Angeklagte sprach zuvor in einem in Belgrad laufenden Prozess wiederholt von einem gewissen „General Papaja“, der hinter den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stehe. Die Bezeichnung solle sich, wie er heute erläuterte, auf Milovic beziehen. Der Zemun-Clan war im März 2003 am Mordanschlag auf Premier Zoran Djindjic beteiligt.
Saric muss sich derzeit zusammen mit 38 weiteren Personen, von denen 15 auf der Flucht und drei im Zeugenschutzprogramm sind, wegen Schmuggels von 5,7 Tonnen Kokain im Zeitraum von 2008 bis 2009 und wegen Geldwäsche von 22 Mio. Euro vor Gericht verantworten. Unklar war, ob der Angeklagte seine Vorwürfe gegen den Spitzenbeamten der Polizei auch beweisen kann.
Hohe Polizeifunktionäre stehen seit Jahren unter Korruptionsverdacht. Der erst kürzlich bestellte Innenminister Nebojsa Stefanovic, der früheren Ankündigungen zufolge gegen korrupte Polizisten energisch vorgehen wollte, muss sich nun selbst mit Plagiatsvorwürfen in Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit auseinandersetzen.
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