„Austro-Nobelpreis“ 2- Penninger will Stammzellforschung voranbringen
Wien (APA) - Wittgenstein-Preisträger Josef Penninger will mit dem Preisgeld in Höhe von 1,5 Mio. Euro vor allem „junge Wissenschafter förde...
Wien (APA) - Wittgenstein-Preisträger Josef Penninger will mit dem Preisgeld in Höhe von 1,5 Mio. Euro vor allem „junge Wissenschafter fördern, um die Stammzellenforschung in Österreich voranzubringen“. Er verwies bei der Pressekonferenz darauf, dass es sich um eine Förderung von „Blue Sky-Research“ handle, also für rein neugierdegetriebene Forschung ohne Anwendungsperspektive.
Inhaltlich soll die mit dem Preisgeld finanzierte Arbeit in zwei in den vergangenen Jahren etablierten Schwerpunkten des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) erfolgen: einerseits den haploide Stammzellen, also solchen, die nur einem Chromosomensatz haben, andererseits den von IMBA-Vizechef Jürgen Knoblich aus Stammzellen entwickelten Mini-Gehirnen. Diese Organkulturen eignen sich als 3D-Modell eines menschlichen Gehirns im frühen Entwicklungsstadium.
Österreich sieht Penninger, was die gesetzlichen Rahmenbedingungen anbelangt, „sehr gut aufgestellt in der Stammzellenforschung“. Man habe die Möglichkeit, in einer der wichtigsten Technologien und Hoffnungsfeldern der Zukunft Weltklasseforschung zu machen. Das Vienna Bio Center, wo das IMBA angesiedelt ist, sei eine der Top-Forschungseinrichtungen in Europa, „wir spielen da locker in der Champions League“.
Den Wittgenstein-Preis, den Penninger als „wunderbare Auszeichnung“ bezeichnete, die seinem Team mit Doktoranden und Postdocs gebühre, sieht er als „Wertschätzung der Philosophie am IMBA - und die ist einfach: Wir holen die besten Leute, geben ihnen genug Geld und schauen was rauskommt“. Er würde sich wünschen, dass man diese Philosophie in Österreich weiter ausbauen könne.
Es sei wichtig, dass man der Grundlagenforschung „Plätze lässt, wo wir herumspinnen können“. Dass dieses Herumspinnen durchaus zu Ergebnissen führen kann, machte Penninger unter Hinweis auf die zwei Milliarden Dollar Umsatz klar, die das Biotechnologieunternehmen Amgen mit einem monoklonalen Antikörper zur Behandlung von Osteoporose macht. Dieser basiert u.a. auf den Arbeiten Penningers über das Protein RANKL. Der Wissenschafter betonte aber, primär Mediziner zu sein, es gehe ihm „nicht um Umsatz, sondern um Forschung, die Leute wieder gesund macht“.
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