Start-Preise für acht „Rising Stars“ der Wissenschaft
Wien (APA) - Acht Nachwuchswissenschafter erhalten heuer den Start-Preis, die mit bis zu 1,2 Mio. Euro höchstdotierte Förderung für Jungfors...
Wien (APA) - Acht Nachwuchswissenschafter erhalten heuer den Start-Preis, die mit bis zu 1,2 Mio. Euro höchstdotierte Förderung für Jungforscher in Österreich. Sie können damit in den kommenden sechs Jahren finanziell abgesichert ihre Forschungsarbeiten planen und eine eigene Arbeitsgruppe auf- bzw. ausbauen. Folgende „Rising Stars“, so FWF-Chefin Pascale Ehrenfreund, wurden aus 96 Einreichungen ausgewählt:
Der Physiker Markus Aichhorn (geb. am 24. 2. 1978) vom Institut für theoretische Physik und Computational Physics der Technischen Universität (TU) Graz, will in seinem Projekt durch computerunterstützte Simulationen ein gezieltes Suchen und Entwickeln von sogenannten „topologischen Materialien“ möglich machen. Diese haben die Eigenschaft, dass sie - im Unterschied zu Leitern wie Kupfer - elektrischen Strom nur an der Oberfläche leiten, im Inneren aber Isolatoren sind. Für solche Materialien zeichnen sich vielfältige Anwendungen ab.
Die Ägyptologin Bettina Bader (geb. am 10.10.1969 in Baden bei Wien) vom Institut für Orientalische und Europäische Archäologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) widmet sich in ihrem Projekt der „Materiellen Kultur in Ägypten und Nubien der Zweiten Zwischenzeit“. Die Wissenschafterin will durch Interpretation von archäologischen Funden zu einem besseren Verständnis der Sozial- und Kulturgeschichte dieser Zeit politischer Instabilität zwischen 1800 bis 1570-30 vor Christus beitragen.
Im Bereich Finanzmathematik ist das Projekt von Mathias Beiglböck (geb. am 3.4.1980 in Wien) von der Fakultät für Mathematik der Uni Wien angesiedelt. Im Mittelpunkt steht die „Theorie des optimalen Massen-Transports“. Das Grundproblem besteht darin, eine Masse mit minimalen Kosten in eine andere Verteilung überzuführen - zum Beispiel, wie sich Waren aus Lagerhallen möglichst kostengünstig auf die Supermärkte verteilen lassen. Diese Theorie hat eine große Bandbreite von Anwendungen in verschiedensten mathematischen Teilgebieten.
Im Mittelpunkt des Projekts des Physikers Alexander Grüneis (geb. am 6.6.1975 in Linz) vom Institut für Chemie der Universität Graz stehen neue Klassen von synthetischen zweidimensionalen, also nur eine Atomlage dicken Materialien wie das „Wundermaterial“ Graphen. Er will gezielt nach neuen solchen Materialien mit maßgeschneiderten physikalischen Eigenschaften suchen und durch unterschiedliche Kombination solcher Schichten diese Eigenschaften variieren.
Die Mikrobiologin Sigrid Neuhauser (geb. am 4.9.1980 in Rum bei Innsbruck) vom Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck will anhand einer Gruppe von parasitischen Einzellern („Phytomyxea“) grundlegende Mechanismen des Zusammenspiels zwischen Parasiten und ihren Wirten verstehen. Einige dieser Einzeller sind als Krankheitserreger an wichtigen Kulturpflanzen bekannt, langfristiges Ziel ist ihre Bekämpfung und Kontrolle.
Veränderte Bewusstseinszustände, wie sie im Schlaf oder im Wachkoma auftreten, stehen im Zentrum des Projekts des Psychologen Manuel Schabus (geb. am 7.2.1977 in Salzburg) vom Institut für Psychologie der Universität Salzburg. Mittels EEG und Hormonmessungen will er besser verstehen, in welchem Zustand sich Patienten befinden und versuchen, Vorhersagen über den zukünftigen Verlauf des jeweiligen Bewusstseinszustandes zu treffen. Verschiedene Schlafphasen gesunder Versuchspersonen sollen dabei als Analogie für verschiedene Bewusstseinszustände bei Wachkomapatienten dienen.
Die Mathematikerin Karin Schnass (geb. am 3.5.1980 in Klosterneuburg) von der Fakultät für Mathematik der Uni Innsbruck widmet sich in ihrem Projekt den unglaublich großen Datenmengen, die mittlerweile jede Sekunde in verschiedensten Bereichen auftreten - ob auf Facebook oder im Teilchenbeschleuniger des Kernforschungszentrums CERN. Nur ein Bruchteil davon kann derzeit analysiert werden. Sie will in diesem Zusammenhang stabile und effiziente Lernalgorithmen entwickeln.
Der Informatiker Rene Thiemann (geb. am 2.11.1976 in Stadtlohn, Deutschland) vom Institut für Informatik der Uni Innsbruck widmet sich in seinem Projekt der Verbesserung sogenannter „Zertifizierer“. Dabei geht es darum, das Ergebnis von speziellen, oft komplexen Programmen, die verschiedenste Computerprogramme analysieren, zu überprüfen.
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