Außenminister Hague: Kein britischer Militäreinsatz im Irak

Bagdad/London (APA/dpa) - Großbritanniens Außenminister William Hague schließt eine britische Beteiligung an Luftschlägen gegen die ISIL-Ter...

Bagdad/London (APA/dpa) - Großbritanniens Außenminister William Hague schließt eine britische Beteiligung an Luftschlägen gegen die ISIL-Terroristen im Irak derzeit aus. Das Land unterstütze die Regierung in Bagdad und leiste humanitäre Hilfe, sagte Hague am Montag im Parlament in London. „Wir haben deutlich gemacht, dass dazu nicht gehört, dass das Vereinigte Königreich eine militärische Intervention plant.“

Ein Team des Verteidigungsministeriums sei am Samstag im Irak eingetroffen, um britischen Staatsbürgern zu helfen und die Botschaft bei der Notfallplanung zu unterstützen. Die Regierung sei mit Bagdad im Gespräch über weitere Hilfen. „Dazu gehört auch die Möglichkeit, Fachwissen in der Terrorbekämpfung bereitzustellen“, sagte Hague.

Die Regierung in London geht davon aus, dass derzeit etwa 400 Briten in Syrien kämpfen. „Einige davon kämpfen zwangsläufig für ISIL“, sagte Hague. Der Außenminister berichtete, er habe am Vortag mit seinem irakischen Kollegen Hoshyar Zebari über die Notwendigkeit gesprochen, eine neue irakische Regierung zu bilden, die alle Gruppierungen des Landes zusammenbringe. Die ISIL-Terroristen machten sich politische Unzufriedenheit zunutze.

Unter Premierminister Tony Blair hatte sich Großbritannien massiv an der von den USA geführten Invasion des Irak und am Sturz des Diktators Saddam Husseins beteiligt. Obwohl er dafür in seiner Heimat noch heute massiv kritisiert wird, verteidigt Blair den Schritt. Saddam Hussein an der Macht zu belassen, sei keine Alternative gewesen, sagte er am Sonntag der BBC.

Die derzeitige Lage sei der Tatsache geschuldet, dass der Westen keine entschlossene Linie in der Syrienpolitik habe, erklärte Blair. Auf die aktuelle Ereignisse und die Vorstöße der Terrorgruppe ISIL forderte er eine „harte Antwort“.

Für diese Äußerungen hagelte es erneut massive Kritik. Londons Bürgermeister Boris Johnson nannte Blairs Äußerungen „wirr“. „Wir haben 2003 dazu beigetragen, dass der Weg geöffnet wurde für eine Menge vergossenen Blutes und für Al-Kaida, das Land auf eine Weise zu betreten, wie es vorher einfach nicht der Fall war“, sagte Johnson. Hague nannte den Einmarsch im Irak richtig, räumte aber Fehler in der Politik der Folgejahre ein.