USA rufen Russland zu weiteren Gasverhandlungen mit der Ukraine auf

Washington (APA/AFP) - Die USA haben Russland zur Wiederaufnahme der Gasverhandlungen mit der Ukraine aufgefordert. Der von der Europäischen...

Washington (APA/AFP) - Die USA haben Russland zur Wiederaufnahme der Gasverhandlungen mit der Ukraine aufgefordert. Der von der Europäischen Union unterbreitete Kompromissvorschlag sei „fair und vernünftig“ gewesen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, am Montag. „Wir drängen Russland, sich auf dieser Grundlage wieder zu beteiligen.“

Moskau hatte der Ukraine am Montag den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland nur noch gegen Vorkasse beliefern. Zuvor waren Verhandlungen zwischen beiden Staaten über ausstehende Gasrechnungen und künftige Preise vorerst gescheitert. Der russische Staatskonzern Gazprom warnte, dass es auch zu „möglichen Störungen“ bei den Gaslieferungen in die EU kommen könnte.

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland sind extrem gespannt, seit der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch nach monatelangen Protesten Ende Februar aus dem Land floh. Im Zuge des Konflikts annektierte Moskau im März die ukrainische Halbinsel Krim, nachdem sich die mehrheitlich russischstämmige Bevölkerung dort in einem umstrittenen Referendum dafür ausgesprochen hatte. Außerdem steht Russland im Verdacht, die Unruhen im Osten der Ukraine durch die Unterstützung der prorussischen Separatisten anzuheizen.

Die Europabeauftragte von US-Außenminister John Kerry, Victoria Nuland, warf der russischen Regierung am Montag vor, den Aufstand in der Ostukraine „anzustiften und zu unterstützen“. Die Separatisten würden von Russland Geld und Waffen erhalten. „Die Lage vor Ort hat sich in der vergangenen Woche ernsthaft verschlechtert“, sagte Nuland mit Blick auf den Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs bei Lugansk, bei dem alle 49 Insassen getötet wurden. Positiv sei aber, dass der russische Präsident Wladimir Putin und der neue ukrainische Staatschef Petro Poroschenko im Kontakt stünden.

Nuland machte deutlich, dass Putin eine Verschärfung der Sanktionen riskiere, sollte er nicht seinen Kurs in der Ukraine ändern. Die EU und die USA seien „auf einer Linie, was die nächste Runde der wirtschaftlichen Sanktionen angeht“, sagte sie bei einer Veranstaltung der Denkfabrik German Marshall Fund in Washington. Die Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks würden an „einer Reihe von Sanktionen“ etwa im Finanz- und Energiesektor arbeiten. Außerdem werde erwogen, weitere russische Verantwortliche auf die Sanktionsliste zu setzen.