Taxilenkerin erstochen

Lebenslänglich für Mord in Wörgl: „Wer so agiert, will töten“

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Vergangenen August soll ein 45-jähriger Mann seine einstige Lebensgefährtin in Wörgl mit 14 Messerstichen getötet haben. Am Dienstag wurde der Landwirt wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

Innsbruck, Wörgl – Am Landesgericht Innsbruck fand am heutigen Dienstag ein Mordprozess gegen einen 45-jährigen Tiroler statt. Der Unterländer soll am 13. August des vergangenen Jahres aus Eifersucht seine Ex-Lebensgefährtin am Vorplatz des Bahnhofes Wörgl in ihrem Taxi durch 14 Messerstiche getötet haben. Die Frau, die mit dem Landwirt zwei Jahre lang liiert gewesen war und ihn vier Wochen vor der Tat verlassen hatte, erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Der Mann wurde am Nachmittag wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt, die Geschworenen befanden ihn einstimmig für schuldig. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Die Verteidigerin des Mannes gab keine Erklärung ab.

Der Mann wurde wenige Stunden nach der Tat in seinem Haus festgenommen. Die Ermittler fanden dort die Tatwaffe – ein Klappmesser – sowie die Kleidung, die er zur Tatzeit getragen hatte. Nach einem psychiatrischen Gutachten war der Unterländer bei der Tat zurechnungsfähig - er wies einzig eine Alkoholisierung von 0,9 Promille auf.

Staatsanwältin: „Wer so agiert, will töten“

Staatsanwältin Birgit Unterguggenberger sprach in ihrem Eröffnungsplädoyer von einer aggressiven Persönlichkeit des Angeklagten. „Er war bereits aggressiv, als ihn seine Ex-Frau verlassen hatte. Seine Ex-Lebensgefährtin musste für das Verlassen mit dem Tod bezahlen.“ Nachdem das Opfer aus dem Haus des Angeklagten ausgezogen war, habe er sie nicht in Ruhe gelassen und mit SMS und Telefonaten bombardiert, erzählte Unterguggenberger. Bei der Tat habe der 45-Jährige mehrmals mit hoher Intensität zugestochen. „Wer so agiert, will töten“, sagte die Staatsanwältin in Richtung der Geschworenen.

„Ich hab‘ sie gebettelt und immer wieder gebettelt“

Der an sich voll geständige Angeklagte schilderte am Vormittag seine Tat und das Motiv dazu vor den Geschworenen in fast unerträglich einfältiger Weise: Zuhause habe er zuvor wie jeden Tag noch etliche Biere getrunken und sei eigentlich nur nach Wörgl gefahren, um eine Pizza zu essen – freilich auch, um die ehemalige Lebensgefährtin am Taxistand zu überraschen.

Dort hatte der Landwirt nochmals vergeblich versucht, die von ihm während der Beziehung so schlecht behandelte Frau zur Rückkehr zu bewegen: „Ich hab‘ sie gebettelt und immer wieder gebettelt, dass sie zurückkommt, aber sie wollt‘ nit. Sie hat mir Bedingungen gestellt: Dass ich den Alkohol lassen müsse, wieder arbeiten anfangen und den entzogenen Führerschein neu machen müsse. Als wir dann gemeinsam im Auto saßen, hab‘ ich mein Klappmesser aus dem Hosensackl genommen und zugestochen“, sagte der Angeklagte.

„Grauslig war des, wirklich grauslig“

Der 45-Jährige zum weiteren Ablauf: „Dann bin ich aus dem Taxi gestiegen und zu einer Bekannten gefahren, um das Leiberl zu wechseln – ich hab ja geschwitzt. Grauslig war des, wirklich grauslig. Ich hab‘ mir das selbst nie zugetraut.“ Im Gegensatz zu den bei der Obduktion festgestellten 14 Einstichen in den Hals – teilweise sogar Durchstiche – will sich der Angeklagte nur an zwei Stiche erinnern: „Zweimal gerade nach vorne hab‘ ich gestochen. An den Haaren hab‘ ich sie gar nicht gehalten. Ich schneid‘ ja auch so“. In der gleichen Tonalität beschrieb der wohl alkoholkranke Unterländer seine Tat auch bei der Tatrekonstruktion.

Verteidigerin plädierte auf Totschlag

Die Verteidigerin des 45-Jährigen hatte auf Totschlag plädiert. Ihr Mandant habe unter Umständen in einer „heftigen Gemütsbewegung“ gehandelt, meinte sie. (fell/TT.com/APA)