Prisma erwartet 2014 weltweit erneut weniger Insolvenzen
Wien (APA) - Die Zahl der Insolvenzen wird weltweit heuer mit minus 8 Prozent etwas stärker sinken als 2013 mit minus 5 Prozent, erwarten di...
Wien (APA) - Die Zahl der Insolvenzen wird weltweit heuer mit minus 8 Prozent etwas stärker sinken als 2013 mit minus 5 Prozent, erwarten die Kreditversicherer Euler Hermes und Prisma. Den Titel bei der Insolvenz-Weltmeisterschaft - wer möglichst wenig Insolvenz-Tore kassiert gewinnt - holt sich demnach Spanien mit 23 Prozent weniger Pleiten. Für Österreich wird ein Anstieg um 3 Prozent erwartet.
In Österreich sei besser aufgestellt, die Insolvenzen hätten wieder Vorkrisenniveau erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Dienstag. Für 2015 werde ebenfalls ein Anstieg um 3 Prozent erwartet. 2013 lag die Zahl der Insolvenzen bei 5.459 und damit um 10 Prozent unter dem Wert von 2012. Die innere Widerstandsfähigkeit der heimischen Wirtschaft habe seit den schwierigen 1990-er Jahren stetig zugenommen. „Natürlich spürt man auch bei uns zuweilen den rauen Wind der Weltwirtschaft, aber generell wird rascher und professioneller auf Veränderungen reagiert und auch die Banken sind in ihren Entscheidungen umsichtiger geworden.“
Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft haben die österreichische Primsa Kreditversicherung AG und die deutsche Euler Hermes die Insolvenz-Weltmeisterschaft aufgerufen, heißt es der Pressemitteilung. Die Qualifikationsrunden 2013 seien hart gewesen, 42 Länder hätten sich um den Titel beworben, vier Ligen herausgebildet.
Zu den Torschützenkönigen - Länder, die 2013 einen drastischen Insolvenzrückgang verzeichneten - zählen demnach Länder wie die USA, Großbritannien und Deutschland. Bei den Taktikern hätten sich harte Anpassungsmaßnahmen von Spanien bis zu den Niederlanden bezahlt gemacht. Im Team Emerging Markets heiße die größte Herausforderung Umbau des privaten Sektors, hier seien Brasilien, Russland und China vorne mit dabei. Die vierte Liga bilden demnach die Mitläufer: Ohne einschneidende Reformen habe es in Frankreich, Italien, Belgien sowie Ost- und Zentraleuropa keine Erholung gegeben.
Weltweit wurden 2013 insgesamt 353.000 Konkurse (minus 5 Prozent) registriert, nach wie vor verschwinden mehr Betreiber von der Bildfläche als vor der Krise (2003 bis 2007), heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Insolvenzen dürften auch 2015 weniger werden, allerdings dürfte der Rückgang mit minus 3 Prozent geringer ausfallen als 2014 mit minus 8 Prozent.
Spanien habe die Chance 2015 seinen Titel zu verteidigen“, so Ludwig Mertes, Prisma-Vorstand und Fußball-Fan. „Spanien wird nächstes Jahr seine Insolvenzahlen nochmals um 6 Prozent senken.“ Allerdings wird dem Land laut Pressemitteilung ein „Pyrrhussieg“ attestiert. Auch wenn die Entwicklung erfreulich sei, liege die Zahl der Insolvenzen immer noch sehr hoch und deutlich über dem Vorkrisenwert. Reformen hätten die exportorientierten Sektoren wieder wettbewerbsfähig gemacht. Sektoren die von der Inlandsnachfrage abhängen stünden nach wie vor unter Druck. Auf Baufirmen entfielen rund 30 Prozent der Gesamtinsolvenzen.
Zu Deutschland heißt es „Angriff ist die beste Verteidigung“. Das Wirtschaftswachstum komme heuer in Schwung, was auch bei den Insolvenzen einen Abwärtstrend (minus 6 Prozent) bringen. Die meisten Insolvenzen habe es im Vorjahr im Baugewerbe und im Handel gegeben, für heuer sei hier ein Abwärtstrend zu erwarten. Für 2015 werden insgesamt um 3 Prozent weniger Insolvenzen erwartet.
In den USA - „eine Reihe von Freistößen“ - habe die Resilienz der Wirtschaftsaktivitäten im Vorjahr zu einer neuerlichen Verringerung der Insolvenzen (minus 17 Prozent) geführt. Für heuer wird ein Minus von 10 Prozent prognostiziert, für 2015 ein Rückgang um 6 Prozent. Das Insolvenzvolumen nähere sich damit seinem historischen Tiefstand.
China sei „stecken geblieben im Mittelfeld“: Nach fünf Jahren rückläufiger Insolvenzen sei 2014 mit einer deutlichen Trendumkehr zu rechnen. Der Rückgang von 2013 um 4 Prozent drehe auf jeweils +2 Prozent für 2014 und 2015.
In Italien sehen die Kreditversicherer keinen „Renzi-Effekt für die Squadra Azzura“. Die Insolvenzen nehmen bereits seit sechs Jahren zu. 2013 betrug der Anstieg noch 12 Prozent, für heuer werden plus 3 Prozent erwartet. 2015 sollte es einen Rückgang um 2 Prozent geben.
Brasilien werde zumindest bei der Insolvenz-WM heuer keine Tore erzielen. Durch diverse Mega-Events (Confederations Cup 2013, Fußball WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016) seien zwar mehr Unternehmen gegründet worden. Einen Wachstumsaufschwung habe es bisher aber nicht gegeben. Der BIP-Anstieg werde heuer mit 2 Prozent und 2015 mit 2,5 Prozent prognostiziert. Engpässe, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, eine restriktive Geldpolitik und der volatile Wechselkurs trieben die Zahl der Insolvenzen in die Höhe. Im Vorjahr gab es einen Anstieg um 12 Prozent. Heuer werden plus 9 Prozent und 2015 plus 3 Prozent erwartet.
Die Prisma Kreditversicherungs-AG ist eine 100-Prozent-Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG, an der die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) 51 Prozent hält und 49 Prozent die Euler Hermes AG Hamburg. Die Euler Hermes Gruppe mit Sitz in Paris gehört zum deutschen Allianz-Konzern.
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~ WEB http://www.oekb.at ~ APA253 2014-06-17/11:40
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