Innenpolitik

Könnte Strache „Genick brechen“

Wien – Der Nötigungsprozess gegen Ewald Stadler ist am Dienstag mit der Einvernahme von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl fortgesetzt worden...

Wien –Der Nötigungsprozess gegen Ewald Stadler ist am Dienstag mit der Einvernahme von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl fortgesetzt worden. Und so wie schon am Vortag FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache wurde der frühere Weggefährte mit Drohungsvorwürfen belastet.

Stadler steht im Zusammenhang mit der „Paintball“-Affäre vor Gericht. Konkret geht es dabei um die Anfang 2007 öffentlich bekannt gewordenen „Wehrsport“-Jugendfotos Straches. Die Staatsanwältin wirft Stadler in der Anklage schwere Nötigung vor, der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahre Haft. Stadler soll laut Anklage im Dezember 2006 Strache gedroht haben, diese Fotos zu veröffentlichen, um damit die weitere Förderung der von ihm geleiteten „Freiheitlichen Akademie“ zu erzwingen. Stadler war damals noch Mitglied der FPÖ. Er wies die Vorwürfe stets zurück.

Kickl sagte am Dienstag auf die Frage der Staatsanwältin, ob er die Aussagen Stadlers vom 22. Dezember 2006 (die dieser laut dem damaligen RFJ-Obmann Johann Gudenus bei einem Treffen mit ihm getätigt haben soll) als „massive Drohung“ angesehen habe: „Ich habe das so empfunden.“ Stadler soll damals mit der Veröffentlichung der Fotos sowie weiterer für Strache unangenehmer Geschichten gedroht haben. Stadler soll gemeint haben, dass dies eine Diskussion auslösen kann, die Strache „das Genick brechen“ könnte.

Gefragt, wie die Fotos in die Medien gekommen seien, sagte Kickl, diese habe Strache selbst bei einem ORF-Interview mitgebracht. Die Fotos stammten laut Kickl aus einem Brief, den Stadler an Hilmar Kabas gesendet habe. Darin habe Stadler erklärt, es seien ihm die Fotos kurz zuvor zugespielt worden. Der Prozess wird heute fortgesetzt. (APA, TT)