Wiener Südtiroler Platz Neu: Bezirk will eine Fahrspur einsparen

Wien (APA) - Irgendwie habe man bei der Gestaltung und Planung des neuen Wiener Hauptbahnhofes auf ein wichtiges Tor zur Wiener City vergess...

Wien (APA) - Irgendwie habe man bei der Gestaltung und Planung des neuen Wiener Hauptbahnhofes auf ein wichtiges Tor zur Wiener City vergessen, bedauerte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) am Dienstag. Nun wolle man das nachholen und dem Südtiroler Platz ein neues Gesicht verleihen: Mit viel Grün, einer Begegnungszone, Lichtskulpturen und - geht es nach dem Bezirk - einer Fahrspur weniger.

„Ich halte die Verkehrssituation wie sie momentan am Südtiroler Platz herrscht für überzogen und bin überzeugt, dass es möglich wäre, eine Fahrspur einzusparen“, erklärte der Bezirkvorsteher von Wieden, Leopold Plasch (SPÖ) bei der Präsentation der Umbaupläne. Auch der Taxistandplatz könnte verlegt werden - hier befinde man sich bereits in Gesprächen mit der Taxifahrerinnung.

In Stein gemeißelt sei derzeit allerdings nur die neue Oberflächengestaltung - denn natürlich müsse man auch auf das angrenzende Favoriten Rücksicht nehmen. „Wir wollen keinen Stau produzieren“, so Plasch. Er halte es jedoch durchaus für möglich, diese derzeit große „Aufstellfläche“ ohne Verkehrschaos zu reduzieren. Natürlich wäre es sinnvoll gewesen, den Südtiroler Platz gleich in ein Hauptbahnhof-Gesamtkonzept einzubinden - nun müsse man aber schlicht „das Beste daraus machen“.

Der Südtiroler Platz habe bis jetzt ein „Schattendasein“ gefristet und sei häufig als Restfläche wahrgenommen worden, meinte Vassilakou. Deshalb habe man über 500 Menschen zu ihren Wünschen befragt, eine Sozialraumanalyse durchgeführt und auf Basis dieser einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Das Ergebnis liegt nun vor: Aus sechs eingereichten Projekten wurde die Kooperation der Landschaftsarchitekten zwoPK und dem Künstler Michael Sailstorfer als Sieger ausgewählt.

Die Neugestaltung sieht nun nicht nur vier mit Sitzstufen eingefasste grüne Inseln und Lichtskulpturen über den Lüftungsschächten der U-Bahn, sondern auch die Umwandlung der Schelleingasse zwischen Favoritenstraße und Graf-Starhemberg-Gasse in eine Begegnungszone vor. Derzeit befinde sich dort nämlich nicht einmal ein richtiger Gehsteig. „Damit machen wir Schluss“, so Vassilakou. Trinkbrunnen, Spielgeräte und Sitzmöbel sollen den Platz zusätzlich aufwerten, die Bäume bleiben erhalten.

„Es soll ein Ort werden, an dem man sich gerne trifft, verweilt und vielleicht auch seine Mittagspause dort verbringt“, erklärte Vassilakou. Daher habe man auch versucht, die Ränder der vier „Inseln“ durch kleine Plätze zu stärken, erklärte Christian Wagner von den Landschaftsarchitekten zwoPK. „Wir haben versucht, die Bestandssituation positiv umzudeuten“, so Wagner. Von den Lichtskulpturen erwarte er sich sogar „identitätsstiftenden Charakter“ für den Südtiroler Platz.

2015 soll die Detailplanung zur Neugestaltung abgeschlossen sein, erst dann werde man auch über die genauen Kosten Bescheid wissen, erklärte die Vizebürgermeisterin. Man bewege sich aber etwa im niedrigen siebenstelligen Bereich. Jedenfalls wird die Stadt großzügig fördern: 20 Prozent der Kosten übernimmt der vierte Bezirk, 80 Prozent zahlt die Stadt.