UN-Gesandter sieht Krise im Irak als „lebensbedrohlich“ für das Land

Bagdad/New York (APA/AFP) - Der UN-Sondergesandte für den Irak hat den Vormarsch der Jihadisten als „lebensbedrohlich“ für das Land bezeichn...

Bagdad/New York (APA/AFP) - Der UN-Sondergesandte für den Irak hat den Vormarsch der Jihadisten als „lebensbedrohlich“ für das Land bezeichnet. Die Offensive sei die „größte Bedrohung für die Souveränität und die territoriale Integrität“ des Irak seit Jahren und eine „ernste Gefahr für die Region“ dar, sagte Nickolay Mladenov am Dienstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Die Nachbarstaaten müssten erkennen, dass zwar die Iraker selbst die Krise lösen müssten, sie dies aber nicht „ohne die internationale Gemeinschaft“ und eine „konstruktive Kooperation“ in der Region“ erreichen könnten.

Die „nationale Krise“ habe das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden weiter belastet, sagte Mladenov. „Die politische Dynamik des Landes hat sich verändert.“ Die sunnitische Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Großsyrien) (ISIL/ISIS) hat seit vergangener Woche große Gebiete im Norden des Irak in ihre Gewalt gebracht. Bei ihrer Blitzoffensive stießen die radikalen Kämpfer bis nah an die Hauptstadt Bagdad vor.

Die Streitkräfte zogen sich vielfach kampflos zurück, viele Soldaten desertierten. Inzwischen startete die von den Schiiten dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki eine Gegenoffensive und drängte die Dschihadisten in mehreren Orten zurück. Experten glauben, dass die Jihadisten auch Unterstützung von nicht extrem religiösen Sunniten erhalten, die seit langem der Regierung Malikis die Diskriminierung und Ausgrenzung ihrer Minderheit vorwerfen.