Türkei verhängt Nachrichtensperre wegen ISIL-Entführungen

Bagdad/Ankara (APA/AFP) - Die türkische Justiz hat eine Nachrichtensperre für Berichte im Zusammenhang mit der Entführung türkischer Diploma...

Bagdad/Ankara (APA/AFP) - Die türkische Justiz hat eine Nachrichtensperre für Berichte im Zusammenhang mit der Entführung türkischer Diplomaten durch sunnitische Jihadisten im Nachbarland Irak verhängt. Ein Gericht in Ankara begründete den Schritt mit dem notwendigen Schutz der Sicherheit für die Betroffenen, wie die türkische Medienaufsichtsbehörde RTÜK am Dienstag mitteilte.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf der Opposition und regierungskritischen Medien vor, das Thema für politische Zwecke ausbeuten zu wollen und so Menschenleben zu gefährden.

Kämpfer der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Großsyrien)“ (ISIL/ISIS) hatten vergangene Woche knapp 50 Menschen im türkischen Generalkonsulat der nordirakischen Stadt Mossul als Geiseln genommen. Zudem befinden sich rund 30 türkische Lastwagenfahrer in der Gewalt der Extremisten.

Erdogan sagte am Dienstag in einer Rede vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP, seine Regierung unternehme alles, um die Freilassung der Festgehaltenen zu erreichen. Opposition und ein Teil der Medien werfen der Regierung dagegen seit Tagen vor, die Eskalation im Irak durch eine frühere Unterstützung von ISIL teilweise mitverschuldet zu haben und bei den Bemühungen um eine Freilassung der Geiseln zu versagen.