Ärzte ohne Grenzen: Humanitäre Hilfe muss unabhängig bleiben
Berlin (APA/dpa) - Helfer in Krisenregionen werden nach Einschätzung der Organisation Ärzte ohne Grenzen immer häufiger Opfer schwerer Überg...
Berlin (APA/dpa) - Helfer in Krisenregionen werden nach Einschätzung der Organisation Ärzte ohne Grenzen immer häufiger Opfer schwerer Übergriffe. Sie würden nicht mehr als unabhängig wahrgenommen, sagte der Geschäftsführer der Organisation, Frank Dörner, am Dienstag in Berlin laut Redetext. „Auch deutsche Politiker haben humanitäre Hilfe immer wieder mit politischen und militärischen Zielen vermischt.“
Anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2013 seiner Organisation appellierte er an die deutsche Regierung und andere westliche Staaten, die Arbeit von Helfern zu respektieren und sie nicht für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Besonders gravierend ist die Lage laut Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan und in Syrien. Dörner berichtete von Entführungen und gezielten Angriffen. Patienten, Krankenhäuser und Helfer würden dabei gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen. Allein in der Zentralafrikanischen Republik ereigneten sich den Angaben zufolge in diesem Jahr Dutzende Sicherheitsvorfälle und seit Ende 2012 mehr als 30 bewaffnete Überfälle. Das sei „absolut inakzeptabel“, sagte Dörner.
Für die betroffene Bevölkerung bleibt das nicht ohne Folgen: Wegen Sicherheitsbedenken habe Ärzte ohne Grenzen im Sommer 2013 etwa ein Hilfsprogramm in Somalia beenden müssen - nach mehr als 20 Jahren. „Dutzende Kliniken, OP-Säle und andere medizinische Einrichtungen konnten die Arbeit nicht fortsetzen“, berichtete Dörner.
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