Berglandmilch rechnet heuer erneut mit rund 900 Mio. Euro Umsatz

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Wörgl/Wels (APA) - Die größte heimische Molkerei, die oberösterreichische Berglandmilch, erwartet für das Jahr 2014 mit rund 900 Mio. Euro in etwa denselben Umsatz wie im vergangenen Jahr. Dies erklärte Generaldirektor Josef Braunshofer am Dienstag bei einer Pressekonferenz am Standort der zum Konzern gehörenden Tirol Milch in Wörgl. Einen stärkeren Fokus will das Unternehmen künftig auf Drittlandsmärkte legen.

Bei der im Jahr 2013 erzielten Exportquote von 40 Prozent erwartete sich der Generaldirektor eine leichte Steigerung auf „vielleicht 41 Prozent“. Die Mitarbeiterzahl von rund 1.600 Beschäftigten soll gehalten werden. Einen stärkeren Fokus will das Unternehmen künftig auf Drittlandsmärkte „von Nordafrika über den Fernen Osten bis nach Amerika“ legen, kündigte Braunshofer an. Der Exportanteil in diesem Bereich liege derzeit bei zehn Prozent, mittelfristig soll dieser verdoppelt werden, sagte der Berglandmilch-Chef der APA. Bei dem in diese Regionen exportierten Käse habe man bereits in der Vergangenheit die Mengen auf „kleinem Niveau schön steigern“ können.

Außerdem habe das Unternehmen auch nach China bereits erste Lieferungen getätigt. Dort befinde sich die Nachfrage nach Milchprodukten stark im Steigen. „Die europäische Milchwirtschaft schaut derzeit wie die deutsche Autoindustrie nach China“, sah Braunshofer hier einen wesentlichen Markt der Zukunft. Dass es in Europa im vergangenen Jahr keinen Milchüberschuss gegeben habe, sei an der Drittlandsnachfrage gelegen, so der Generaldirektor. Davon werde es auch in Zukunft abhängen.

Durch das Ende des Systems der Quotenregelung bei Milch Mitte des kommenden Jahres würden die Milchmengen auch in Österreich steigen. Für das Jahr 2017 gehe man davon aus, dass die Berglandmilch-Produktion um zehn Prozent höher sein werde als derzeit, erklärte Braunshofer. Für das zweite Halbjahr rechnete der Manager generell mit „saisonal weniger Milch und damit einen saisonal gesehen höheren Absatz“. Dies werde zu einer „Stabilisierung der Preise“ führen. In Bezug auf den „Bauernmilchpreis“ wollte Braunshofer „keine Preisbotschaft absetzen“. Die Konsumentenmilchpreise würden volatil ausfallen, mit „Bewegungen nach oben und unten“.

Im Tirol Milch Werk in Wörgl wurde in den vergangenen Monaten besonders die Käseproduktion erweitert. Insgesamt 30 Mio. Euro seien in den Aus- und Neubau des Käseproduktionsbereiches geflossen, hieß es. Seit Mitte Mai sei die neue Käserei in Vollbetrieb. Dadurch habe die Kapazität der Käseherstellung am Standort verdreifacht werden können, konkret auf eine jährliche Produktionskapazität von knapp 30.000 Tonnen Käse, erläuterte der Berglandmilch-Generaldirektor. Damit sei das Käsewerk in Wörgl nach jenem im oberösterreichischen Feldkirchen die Nummer zwei unter Österreichs Käsereien.

Dass rund 190 Bauern des Nordtiroler Wipp- und Stubaitales der Berglandmilch den Rücken kehrten und nun den Milchhof Sterzing in Südtirol beliefern, bewertete Braunshofer mit knappen Worten: „Jeder Lieferant, der geht, schmerzt“. Darum gelte es umso mehr die anderen zu überzeugen, dass sie bei der Berglandmilch an der richtigen Stelle seien, so Braunshofer.