Unglück bei Heeresübung

Toter bei Heli-Drama in Tirol: Ermittler arbeiten auf Hochtouren

Eine Luftaufnahme des am 17. Juni in der Wattener Lizum verunglückten Helikopters.
© APA/BUNDESHEER/PUSCH

Ein Hubschrauber-Absturz bei einer Bundesheerübung hat ein Todesopfer und zwei Schwerverletzte gefordert. Die Flugunfallkommission wird das tragische Unglück nun vom Start bis zum Absturz rekonstruieren, um die Ursache zu ermitteln.

Wattens - Im Bereich der Wattener Lizum ist am Dienstagnachmittag ein Bundesheer-Hubschrauber des Typs „OH-58“ abgestürzt. An Bord befanden sich drei Besatzungsmitglieder. Eine Person kam dabei ums Leben. Bei dem Toten handelt es sich um einen 33-jährigen Unteroffizier aus Niederösterreich. Die beiden anderen Besatzungsmitglieder, ebenfalls aus Niederösterreich, wurden schwer verletzt und in ein Krankenhaus geflogen.

Bei den Schwerverletzten handelt es sich um zwei weitere Unteroffiziere, eine 28-jährige Frau sowie einen 35-jährigen Mann, erklärte Ministeriumssprecher Michael Bauer. Die Frau war als Pilotin im Einsatz. Die beiden Verletzten seien ansprechbar gewesen, so Bauer.

Besatzung setzte Notruf ab

Zu dem Unglück war es gegen 13 Uhr in rund 2000 Metern Höhe in den Tuxer Voralpen gekommen. Die Unfallursache und aus welcher Höhe der Hubschrauber abgestürzt ist, ist noch völlig unklar. Ein Erstbericht der Unfallkommission wird in den nächsten Tagen erwartet. „Es wird alles vom Start bis zum Absturz rekonstruiert“, sagte Oberst Michael Bauer. Die endgültige Klärung der Unfallursache könne aber einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zunächst sei man von einer „harten Landung“ ausgegangen, weil die Einsatzpilotin noch einen Notruf abgesetzt habe, erklärte Bauer. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass es doch ein schwerer Flugunfall gewesen sei. Anschließend wurde die Rettungskette in Gang gesetzt. Am Unfallort trafen als erste ein militärischer Hubschrauber und zwei zivile Rettungshubschrauber ein.

Bundesheerübung abgebrochen

Der Unfall ereignete sich im Rahmen der Bundesheerübung „Schutz 2014“. An der größten Bundesheerübung des Jahres, die vom 10. bis 18. Juni in Tirol und Vorarlberg über die Bühne geht, nehmen 5500 Soldaten, 39 Panzer-, neun Luftfahrt- und 400 sonstige Heeresfahrzeuge teil. Die „Schutz 2014“ wurde wegen des Vorfalls sofort abgebrochen.

Verteidigungsminister Gerald Klug war am Nachmittag zum Unfallort unterwegs. „Unsere Gedanken sind jetzt bei den beiden verletzten Kameraden. Den Angehörigen des Verstorbenen möchte ich unser tief empfundenes Beileid und unsere Anteilnahme aussprechen.“, so der Verteidigungsminister.

Hubschraubertyp Bell OH-58 „Kiowa“

Beim betroffenen Hubschraubertyp, OH-58 B „Kiowa“, handelt es sich nach Heeresangaben um einen bewaffneten, leichten Verbindungshubschrauber. Er besitzt einen Zweiblatt-Haupt- und Heckrotor mit freiliegender Heckrotorwelle, ein Kufenlandegestell und ist mit einem Turbinentriebwerk ausgerüstet. Der Hubschrauber ist für fünf Personen zugelassen. (TT.com)