UN-Generalsekretär gibt Bagdad Mitschuld an Irak-Krise

Bagdad/New York (APA/dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat der Regierung in Bagdad indirekt eine Mitschuld an der Eskalation der Gewalt ...

Bagdad/New York (APA/dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat der Regierung in Bagdad indirekt eine Mitschuld an der Eskalation der Gewalt im Irak gegeben. „Ich habe dem irakischen Premier Nuri al-Maliki dringend dazu geraten, einen umfassenden Dialog zur Lösung des Konflikts aufzunehmen“, sagte Ban am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Genf.

Ban forderte die Einbeziehung aller Volksgruppen in die Suche nach einer politischen Lösung. „In einem irakischen Staat muss gewährleistet sein, dass alle Menschen friedlich zusammen leben können, egal ob sie Sunniten, Schiiten oder Kurden sind.“

Scharf verurteilte der UN-Generalsekretär Massenhinrichtungen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen durch die islamistische Terrorgruppe ISIL (ISIS). Vergeltungsschläge gegen bestimmte Volks- oder Religionsgruppen müssten jedoch unterbunden werden. „Es gibt ein konkretes Risiko wachsender konfessionsgebundener Gewalt massiven Ausmaßes, im Irak und jenseits seiner Grenzen“, warnte Ban.

Der UN-Generalsekretär kündigte an, demnächst einen neuen Sonderbeauftragten zur Lösung der Krise in Syrien zu benennen. Der bisherige Chefvermittler, der Algerier Lakhdar Brahimi, war im Mai von seinem Amt zurückgetreten.

Bei einem Angriff von Jihadisten auf ein Gefängnis im Irak wurden laut einem Medienbericht mindestens 44 Häftlinge getötet. Das Nachrichtenportal „Sumaria News“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass es sich vermutlich um einen gescheiterten Befreiungsversuch gehandelt habe. Demnach griffen Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Großsyrien)“ (ISIL/ISIS) in der Nacht unter anderem mit Panzerabwehrwaffen die Haftanstalt nahe der Stadt Bakuba an, die rund 60 Kilometer nördlich von Bagdad liegt. Dabei seien einige Gefängnisinsassen - den Angaben zufolge überwiegend führende ISIL-Mitglieder - ums Leben gekommen. Wie genau die Häftlinge zu Tode kamen, blieb zunächst unklar.