Öl-Förderung bedroht Welterbe-Status des Virunga-Nationalparks
Kinshasa/Doha (APA) - Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat am Dienstag in Doha die Demokratische Republik Kongo gewarnt, die Öl-Förderung im ...
Kinshasa/Doha (APA) - Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat am Dienstag in Doha die Demokratische Republik Kongo gewarnt, die Öl-Förderung im Virunga-Nationalpark voranzutreiben. Es drohe der Verlust des Welterbe-Status, berichtete der WWF.
Ölförderung in sensiblen Ökoregionen habe auch ohne Unfälle katastrophale soziale und ökologische Folgen: „Afrikanische Fischer, die in ihren Netzen nichts mehr finden als ölig schimmernde Teerbrocken, indianische Waldbewohner, deren Dörfer kilometerweit umgeben sind von stinkenden Ölschlämmen. Von Kanada, über Lateinamerika bis nach Russland hat die Gier nach Öl zerstörte Naturlandschaften hinterlassen“, warnte Johannes Kirchgatter vom WWF. In Afrika habe die Ölförderung im Nigerdelta über Jahrzehnte zur größten Umweltkatastrophe des Kontinents geführt. Das dürfe sich in Afrikas ältestem Nationalpark nun nicht wiederholen.
Der Virunga-Nationalpark, UNESCO-Weltnaturerbe und Ramsar-Feuchtgebiet, ist ein 790.000 Hektar großer Park im Osten der Demokratischen Republik Kongo, an der Grenze zu Ruanda und Uganda. Ebenso wie der Volcanoes-Nationalpark in Ruanda entstand er 1969 aus dem seit 1925 bestehenden Albert-Nationalpark. Er ist der älteste, artenreichste und landschaftlich vielfältigste Nationalpark Afrikas und Heimat von knapp 200 bedrohten Berggorillas. Der im Park gelegene Edwardsee ist Lebensgrundlage für mehr als 50.000 Menschen. Der Park hat laut WWF ein Wertschöpfungs-Potenzial von bis zu 1,1 Milliarden Dollar (8,13 Mrd. Euro) jährlich - sofern er nachhaltig bewirtschaftet würde.
~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA551 2014-06-17/16:13
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