Neuer „Abendzeitungs“-Verleger will 2015 schwarze Zahlen

München (APA/dpa) - Der neue Verleger der Münchner „Abendzeitung“ will das Traditionsblatt 2015 in schwarze Zahlen führen. Ziel sei eine aus...

München (APA/dpa) - Der neue Verleger der Münchner „Abendzeitung“ will das Traditionsblatt 2015 in schwarze Zahlen führen. Ziel sei eine ausgeglichene Bilanz im Jänner, sagte der Straubinger Verleger Martin Balle, der die Zeitung zum 1. Juli übernehmen will, am Dienstag in München. „Ich will nicht fünf Jahre Baustelle.“

Die „Abendzeitung“, die künftig in Straubing gedruckt wird, soll im kleineren und handlicheren „Berliner Format“ erscheinen und in deutlich kleinerer Auflage. „Ich kann damit leben, nur 30 000 zu verkaufen“, sagte Balle. In der Vergangenheit sei die Auflage künstlich hochgerechnet worden, um Anzeigenpreise in die Höhe zu treiben.

In Zukunft soll ein Teil des redaktionellen Angebot von der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt“/“Landshuter Zeitung“ kommen, in München sollen nach Angaben Balles nur noch eine Lokalredaktion, das Feuilleton und möglicherweise auch ein Sport-Ressort weiter arbeiten. Die Redaktion wird außerdem umziehen müssen, weil die Büroräume gegenüber vom Bayerischen Rundfunk aufgegeben werden; auch der Posten des Chefredakteurs wird neu besetzt.

Höchstens 25 der 100 Mitarbeiter sollen ein Angebot bekommen, weiter für die „AZ“ tätig zu sein. Der Rest findet einige Monate Platz in einer Auffanggesellschaft. Die „Abendzeitung“ hatte am 5. März beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt.