Hubschrauberflüge werden mit zunehmender Höhe schwieriger

Wattens/Wien/Niederöblarn (APA) - Hubschrauber bewegen sich im Gebirge viel mehr im Grenzbereich als im Flachland. Das hat Robert Schornstei...

Wattens/Wien/Niederöblarn (APA) - Hubschrauber bewegen sich im Gebirge viel mehr im Grenzbereich als im Flachland. Das hat Robert Schornsteiner, Pilot bei der ÖTC-Flugrettung, am Dienstag der APA berichtet, nachdem es in Tirol zu einem tödlichen Absturz eines Bundesheer-Helikopters gekommen war. Die dünnere Luft in großer Höhe führt zu schwächerer Motorleistung und weniger Auftrieb. Auch Wind kann zum Problem werden.

Schornsteiner ist mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 14 in Niederöblarn im steirischen Ennstal stationiert. „Ich fliege viel im Gebirge“, erläuterte er. Früher sei er auch beim Bundesheer geflogen, allerdings nicht mit dem gleichen Helikoptertyp, der im Bezirk Innsbruck-Land in rund 2.000 Metern Höhe abstürzte. Am Unglücksort selbst war der Christophorus 1 des ÖAMTC im Einsatz. Zur Absturzursache ermittelt die Flugunfallkommission.

„Die dünnere Luft beeinflusst die Aerodynamik des Haupt- und Heckrotors“, sagte Schornsteiner. Weniger Leistung bedeute zudem auch weniger Zuladung. 80 Kilogramm weniger Zulademöglichkeit könne beispielsweise bewirken, dass der Hubschrauber mit einer zusätzlichen Person an Bord nicht abheben könne.

Neben der dünneren Luft erschweren in den Bergen oft auch Ab- und Aufwinde die Aufgabe des Piloten - insbesondere bei der Landung, so Schornsteiner. Außerdem werde die Luft bei wärmeren Temperaturen noch dünner. „Perfekte Flugbedingungen herrschen bei minus 20 Grad, wolkenlosem Himmel und Windstille“, beschrieb der ÖAMTC-Flugretter, der selbst als Fluglehrer auch schon junge Piloten im Hochgebirge ausbildet hat. Im Sommer sei es daher noch schwieriger, am Dienstag hätten etwa auch in 2.500 Meter Höhe Plusgrade geherrscht.

Wegen der Besonderheiten des Hubschrauberfliegens in bergigen Regionen „gibt es beim Bundesheer im Sommer und im Winter spezielle Hochgebirgslandekurse“, berichtete der Pilot. Für diese spezielle Ausbildung gibt es „keine bessere Schule als beim Heer“. Dort werde Übungsflügen viel Zeit eingeräumt, so Schornsteiner. Militärpiloten seien daher sehr gut im Gebirge ausgebildet.