Heliunglück in Tirol: Von Start bis Absturz wird alles rekonstruiert
Wien/Wattens (APA) - Nach einem Hubschrauberabsturz mit einem Todesopfer bei einer Bundesheerübung am Dienstag in der Wattener Lizum in Tiro...
Wien/Wattens (APA) - Nach einem Hubschrauberabsturz mit einem Todesopfer bei einer Bundesheerübung am Dienstag in der Wattener Lizum in Tirol soll in den nächsten Tagen ein Erstbericht folgen. Die Flugunfallkommission nahm am Dienstag ihre Arbeit vor Ort auf, teilte das Verteidigungsministerium in einer Aussendung mit. „Es wird alles vom Start bis zum Absturz rekonstruiert“, sagte Oberst Michael Bauer der APA.
Bis zur endgültigen Klärung der Unfallursache könne es aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Zunächst sei man von einer „harten Landung“ ausgegangen, weil die 28-jährige Einsatzpilotin noch einen Notruf abgesetzt habe, erklärte Bauer. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass es doch ein schwerer Flugunfall gewesen sei. Die 28-jährige Pilotin und ein 35-jähriger Luftaufklärer wurden nach der Erstversorgung in die Innsbrucker Klinik geflogen. Beide waren ansprechbar, sollen aber operiert werden. Für einen 30-jährigen Unteroffizier aus Niederösterreich kam jede Hilfe zu spät.
Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) wurde am Dienstag bei der Unfallstelle erwartet. Der Minister wolle sich ein Bild an Ort und Stelle machen, betonte Bauer. „Unsere Gedanken sind jetzt bei den beiden verletzten Kameraden. Den Angehörigen des Verstorbenen möchte ich unser tief empfundenes Beileid und unsere Anteilnahme aussprechen“, sagte der Verteidigungsminister in einer Aussendung.
Als Einsatzpilot erhält man laut Heeresangaben eine mehrjährige Ausbildung auf verschiedenen Hubschraubertypen. Einsatzpiloten müssten pro Jahr mindestens 100 Flugstunden absolvieren.
Der Hubschrauber des Typs OH-58 B „Kiowa“ war gegen 13.00 Uhr im Rahmen der Bundesheerübung „Schutz 2014“ in einer Höhe von rund 2.000 Metern verunglückt. An der größten Bundesheerübung des Jahres, die vom 10. bis 18. Juni in Tirol und Vorarlberg geplant war, nahmen 5.500 Soldaten, 39 Panzer-, neun Luftfahrt- und 400 sonstige Heeresfahrzeuge teil. Die „Schutz 2014“ wurde wegen des Vorfalls sofort abgebrochen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
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