Imam in Norwegen niedergestochen - Täter auf der Flucht
Oslo (APA/dpa/AFP) - Mitten auf der Straße hat ein Unbekannter am Dienstag in Oslo den Imam der größten sunnitischen Moschee Norwegens attac...
Oslo (APA/dpa/AFP) - Mitten auf der Straße hat ein Unbekannter am Dienstag in Oslo den Imam der größten sunnitischen Moschee Norwegens attackiert. Es ist unklar, ob das Motiv Fremdenhass war. Innerhalb der Gemeinde soll es in der Vergangenheit Konflikte gegeben haben.
Der Imam wurde auf offener Straße von einem Unbekannten niedergestochen. Die Polizei ermittelt wegen einer möglichen Hass-Tat. Eine „breite Untersuchung“ sei im Gange, sagte Ermittlerin Grete Lien Metlid in Oslo.
Der 57-Jährige war in Oslo auf seinem Heimweg von einem Unbekannten attackiert und verletzt worden. Sein Angreifer war am Dienstag noch flüchtig. Die Polizei sucht auch mit Hilfe von Aufnahmen aus Sicherheitskameras nach dem Täter.
Der Angreifer sei am Montagabend mit einer kleinen Axt oder einem Messer auf den Imam losgegangen, erzählte ein Zeuge der Tageszeitung „Aftenposten“. Das Opfer berichtete von einem vermummten Attentäter. „Er sagte, ein maskierter Mann habe sich ihm von hinten genähert und ihn in den Rücken gestochen“, zitiert die Zeitung „Dagbladet“ den Sohn des Imam. „Vater hat sich umgedreht, da wurde ihm ins Gesicht geschnitten.“
Verletzt habe er sich zur seiner Wohnung geschleppt, wo ihm sein Sohn demnach die Tür öffnete. Die Kleidung des Imam sei voller Blut gewesen. Laut „Aftenposten“ wurde das Opfer im Gesicht und an den Händen verletzt. Nach einer Operation war sein Zustand am Dienstag stabil, er konnte das Krankenhaus verlassen.
Der Vorsitzende der Moschee sagte dem norwegischen Rundfunk, er sei geschockt, wisse aber nichts von Drohungen gegen den Imam. Medienberichten zufolge gab es in der Vergangenheit Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen in der Moschee, die 1977 gebaut worden war. Die Gemeinde zählt etwa 5000 Mitglieder und war ursprünglich Anlaufstelle für pakistanische Einwanderer der ersten Generation.
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