Irak - Hochrangige Schiiten und Sunniten rufen zu Einheit auf
Bagdad (APA/Reuters) - Im Irak haben hochrangige Vertreter der beiden rivalisierenden Glaubensrichtungen zur Einheit des Landes aufgerufen. ...
Bagdad (APA/Reuters) - Im Irak haben hochrangige Vertreter der beiden rivalisierenden Glaubensrichtungen zur Einheit des Landes aufgerufen. Nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen forderten Schiiten und Sunniten am Dienstag gemeinsam den Schutz von Souveränität und Würde des irakischen Staates.
Konflikte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen müssten beigelegt werden, sagte der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim al-Jafaari in Anwesenheit führender Sunniten und Schiiten. Darunter waren auch der ehemalige Präsident des unlängst aufgelösten Parlaments, der Sunnit Osama al-Nujaifi, und Regierungschef Nuri al-Maliki, ein Schiit.
Kurz zuvor war Maliki von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Dialog mit den Sunniten aufgerufen worden. Auch die USA mahnten die Politik im Irak zum geschlossenen Vorgehen gegen den Vormarsch sunnitischer Extremisten, die gegen die schiitische Regierung rebellieren.
Die sunnitische Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) hat in der vergangenen Woche große Teile des Nordiraks erobert. Nun verbinden sie dieses Gebiet mit dem von ihnen kontrollierten Territorium in Syrien und wollen einen Kalifat-Staat gründen.
Im Kern handelt es sich bei der aktuellen Irak-Krise aber auch um eine Zuspitzung des seit Jahren schwelenden Konflikts zwischen den beiden im Irak vertretenen Islam-Richtungen. Währen die Minderheit der Sunniten bis zum Sturz von Ex-Machthaber Saddam Hussein bei der US-Invasion vor gut elf Jahren in dem Land das Sagen hatte, sorgt Malikis Regierung nun unter den Sunniten für Unzufriedenheit.
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