Europas Leitbörsen zur Eröffnung etwas fester erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Europas Leitbörsen werden am Mittwoch etwas fester erwartet. Für den Euro-Stoxx-50 deutet der Future an di...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Europas Leitbörsen werden am Mittwoch etwas fester erwartet. Für den Euro-Stoxx-50 deutet der Future an diesem Morgen auf einen um 0,18 Prozent höheren Start hin.

Im Fokus der Anleger steht heute die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed und die anschließende Pressekonferenz der Notenbankchefin Janet Yellen, die allerdings erst nach Börsenschluss in Europa stattfindet. Analysten der Helaba erwarten dabei, dass der Leitzinskorridor nicht verändert und das Anleihenkaufprogramm weiter zurückgefahren wird. Überraschungen sollten ausbleiben und dementsprechend keine Marktreaktionen auslösen, so die Analysten in ihrem täglichen Ausblick. Vor dem Zinsentscheid am Abend rechnet Händler James Wright vom Londoner Broker Ayondo mit einem ruhig Geschäft. Der angesichts der Krisenherde besonders beachtete Ölpreis liefert aktuell keine Störfeuer.

Unterstützt von Kursgewinnen an den Börsen aus Übersee dürfte auch der deutsche Leitindex DAX seinen Erholungsversuch am Mittwoch vorerst fortsetzen. Rund eine Stunde vor Handelsstart zeigt der X-DAX für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,24 Prozent auf 9.944 Punkte an. Tags zuvor war der Index zeitweise bis auf 9.982 Punkte gestiegen, nach enttäuschenden Konjunkturdaten jedoch deutlich zurückgekommen.

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Siemens wegen des Bietergefechts um Alstom weiterhin im Fokus. Am Markt wird damit gerechnet, dass US-Konkurrent General Electric (GE) sein bereits Ende April abgegebenes Gebot für den französischen Industriekonzern am Freitag aufbessern werde. Laut dem „Wall Street Journal“ erwägt GE den Verkauf seines Bahnsignaltechnik-Geschäfts an Alstom. Damit kämen die Amerikaner Forderungen der französischen Regierung entgegen, wie die Zeitung aus Kreisen berichtet.

Ein möglicher Milliardenauftrag dürfte den Aktien von Rheinmetall Auftrieb geben. Vorbörslich legten die Papiere rund 3,5 Prozent zu. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird der Automobilzulieferer und Rüstungskonzern in den kommenden Wochen mit Algerien einen Vertrag über 980 Radpanzer des Typs „Fuchs 2“ unterzeichnen. Das Gesamtvolumen des Auftrags liege bei 2,7 Milliarden Euro, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Rheinmetall-Sprecher wollte den Bericht am späten Abend auf Anfrage von dpa-AFX „weder bestätigen noch dementieren“.

Der seit mehr als einem Jahr nahezu unverminderte Abwärtstrend der Südzucker-Aktien dürfte ebenfalls neue Nahrung erhalten. Die Ratingagentur Moody‘s senkte am Vorabend die Kreditwürdigkeit des Zuckerproduzenten wegen der geringen Rentabilität des Zuckergeschäfts. „Ernsthaft überraschend kommt der Schritt von Moody‘s nicht“, sagte ein Händler. Zwar sei das Rating bislang nicht auf spekulativ gesenkt worden, „aber ein echter Trost ist das nicht“, fügte er hinzu. Das Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung im Jahr 2017 setzt Europas größten Zuckerkonzern bereits seit geraumer Zeit unter Druck.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA085 2014-06-18/08:45