Am Samstag beginnt der Sommer offiziell

Wien (APA) - Heiß und sonnig sollte der offizielle Sommerbeginn an diesem Samstag ausfallen. Und wo es abends etwas abkühlt, dort kann man s...

Wien (APA) - Heiß und sonnig sollte der offizielle Sommerbeginn an diesem Samstag ausfallen. Und wo es abends etwas abkühlt, dort kann man sich an einem der zahlreichen Sonnwendfeuer aufwärmen, mit denen in Österreich der längste Tag des Jahres traditionell gefeiert wird.

Um 12.51 Uhr MESZ erreicht die Sonne bei ihrem scheinbaren jährlichen Lauf an der Himmelskugel ihren höchsten Punkt. Der Tag beginnt ein wenig früher als jener zuvor und endet ein wenig später. Es scheint, als ob die Sonne stillsteht. Drei oder vier Tage um den 21. Juni geht ihre Scheibe an fast den selben Stellen des Horizonts auf und unter - wie ein Pendel, das am Endpunkt seiner Schwingung zum Stillstand kommt.

Vom Sonnenstand her gesehen stellt der 21. Juni eigentlich die Mitte des Sommers dar. Doch die Sonnenwende signalisiert in vielen Kulturen erst den Sommerbeginn, da in den nördlichen Breiten das wirklich heiße Wetter meist erst einige Wochen danach einsetzt. Diese Verzögerung hat ihre Ursache in der Isolierwirkung der Erdoberfläche, die auch dann noch die Kälte des Winters festhält, wenn die Sonnenwärme schon zugenommen hat.

Feuer ist eines der wichtigsten Mittel des Brauchtums überhaupt. Feuer und Rauch haben laut Volkskundlern eine schützende und reinigende Bedeutung, die Flamme gilt als „Lebenslicht“. Klassische Deutungen sprechen von Solar-, Not- und Reinigungsfeuern. In der Zeit vor und vor allem im Dritten Reich wurde mit dem Sonnwendfeuer viel Missbrauch getrieben - es wurde höchstes Kultfest des altgermanischen Sonnenmythos. Dass Sonnenkulte Grundpfeiler fast jeder alten Religion waren, wurde dabei völlig verdrängt.

Wissenschaftlicher wird es am Samstag im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg bei der Wotruba-Kirche in Wien-Liesing zugehen. Um 12.30 Uhr werden von Hermann Mucke vom Astronomischen Büro Wien Jahreszeiten und Tageszeiten an der Tierkreisscheibe erklärt. Diese zeigt die Ebene der Erdbahn und ihre jederzeitige aktuelle Lage mit Markierungen für Sonne, Mond und hellen Planeten. Die Teilnahme ist kostenlos.