Tourismus-KV - Gewerkschafter gehen erneut auf Barrikaden

Innsbruck (APA) - Wegen des Abbruchs der Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus sind die Gewerkschaften „vida“ und „GPA-djp“ erneut auf...

Innsbruck (APA) - Wegen des Abbruchs der Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus sind die Gewerkschaften „vida“ und „GPA-djp“ erneut auf die Barrikaden gegangen. Mit einer Protestaktion vor einem Innsbrucker Hotel wolle man die Vertreter des Arbeitgeberverhandlungsteams dazu auffordern, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, erklärte Gewerkschafter Berend Tusch am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz.

Nach Angaben der Gewerkschaft protestierten rund 50 Teilnehmer gegen massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen wie Verkürzung der Ruhezeiten und Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes bei Überstunden, die von der Arbeitgeberseite gewünscht würden. Die Gewerkschaft fordere hingegen eine schrittweise Anhebung des Mindestlohnes auf 1.500 Euro, eine angemessene Einkommenserhöhung sowie ein bundesweit einheitliches Lohn- und Gehaltssystem, meinte Alfred Gajdosik, Vertreter des KV-Verhandlungsteams.

Knackpunkt bei den Verhandlungen sei vor allem die von den Arbeitgebern geforderte Verkürzung der Nachtruhezeit von derzeit elf auf acht Stunden. „Die Dauer der Nachtruhe von elf Stunden ist auf europäischer Ebene per Gesetz geregelt. Die Arbeitgeber wollen mit der Verkürzung eine Legalisierung von Übertretungen, die sie bereits jetzt machen“, sagte Gajdosik.

Gespräche mit den Vertretern der Arbeitgeber zu Beginn dieser Woche signalisierten laut Gajdosik, dass „es eher nicht weiter geht mit den Verhandlungen“. Vor allem Tirol und die Steiermark würden blockieren. „Wir hoffen auf die Vernunft der Verhandlungsführer“, fügte er hinzu. Ein Einlenken seitens der Gewerkschaft bezüglich der Verkürzung der Nachtruhezeit werde es aber keinesfalls geben. Sollten die Arbeitgeber nicht dazu bereit sein, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, werde es weitere Protestaktionen geben, kündigte Gajdosik an.