Jerusalemer Stadtverwaltung genehmigte 172 neue Siedlerwohnungen

Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem hat am Mittwoch den Bau von 172 weiteren Siedlerwohnungen im Ne...

Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem hat am Mittwoch den Bau von 172 weiteren Siedlerwohnungen im Neubaugebiet Har Homa erlaubt. Der oppositionelle Stadtverordnete Pepe Alalu sagte, es handle sich um den letzten Genehmigungsschritt, sodass der Bau nun sofort beginnen könne. Har Homa liegt im Süden von Ost-Jerusalem, das 1967 von Israel besetzt und danach annektiert wurde.

Die Baugenehmigung sei „die Fortsetzung einer Politik, die ein Friedensabkommen behindert“, kritisierte Alalu, der für die pazifistische Merez-Partei im Stadtrat sitzt.

Zuletzt hatte die Stadtverwaltung Ende Mai während des Papstbesuchs den Bau von 50 Wohnungen in der Siedlung Har Homa genehmigt. Die umstrittene Siedlung liegt etwa 20 Kilometer von der Kreuzung entfernt, an der am 12. Juni drei trampende israelische Jugendliche verschleppt wurden. Seitdem herrscht in den besetzten Palästinensergebieten eine besonders gespannte Lage mit nächtlichen Razzien und Straßenblockaden.

Israel proklamiert seit der Annektierung, dass Jerusalem seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt sei, was international nicht anerkannt wird; die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt ihres eigenen Staates machen. Im annektierten Teil der Stadt leben inzwischen etwa 200.000 israelische Siedler neben knapp 300.000 palästinensischen Einwohnern.