Argentinien will mit US-Richter verhandeln

Buenos Aires/Washington (APA/AFP) - Im Kampf gegen eine drohende Zahlungsunfähigkeit will Argentinien mit der US-Justiz verhandeln. „Wir wer...

Buenos Aires/Washington (APA/AFP) - Im Kampf gegen eine drohende Zahlungsunfähigkeit will Argentinien mit der US-Justiz verhandeln. „Wir werden unsere Anwälte in die USA schicken, um mit Richter Thomas Griesa zu sprechen“, kündigte am Dienstag der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof in Buenos Aires an.

Der Richter am Obersten Gerichtshof der USA hatte Argentinien dazu verurteilt, zwei US-Hedgefonds Altschulden in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar (737 Mio. Euro) zurückzuzahlen. Kicillof sagte, sollte das Urteil vollstreckt werden, müsse Argentinien nicht nur die beiden Hedgefonds auszahlen, sondern wegen Forderungen weiterer Gläubiger insgesamt 15 Mrd. Dollar zahlen müssen - „und das würde Argentinien zahlungsunfähig machen“. Doch: „Nur die Ruhe, soweit wird es nicht kommen.“

Der Oberste Gerichtshof hatte am Montag eine Berufung Argentiniens gegen ein Urteil einer niedrigeren Instanz zurückgewiesen und damit entschieden, dass das südamerikanische Land zwei sogenannten Geierfonds mehr als 1,3 Mrd. Dollar zahlen muss. Die Fonds hatten sich geweigert, bei Umschuldungen in den Jahren 2005 und 2010 auf Forderungen gegen Argentinien zu verzichten. Sie verlangen den vollen Nennwert der argentinischen Staatsanleihen in ihrem Besitz.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor‘s stufte die Kreditwürdigkeit Argentiniens am Dienstag wegen der drohenden Pleite weiter ab. Sie senkte ihr schon bestehendes Ramsch-Rating von CCC+ um zwei Stufen auf CCC-. Die Erwartung sei negativ, fügte S&P hinzu. Nach CCC- folgt nur noch die Kategorie D: pleite. Die Ratingagentur betonte aber, Argentinien werde nur als zahlungsunfähig betrachtet, wenn es seine Gläubiger nicht mehr bezahle, die sich an den Umschuldungen beteiligt hatten. Allein der Fall, dass die beiden Geierfonds ihr Geld nicht bekämen, werde nicht zu dieser Einstufung führen.