Ansar al-Sharia in Libyen - Terrormiliz kämpft für einen Gottesstaat
Tripolis (APA/dpa) - Die Ansar al-Sharia ist in Libyen die radikalste salafistische Gruppierung. Ihr Ziel ist ein Gottesstaat. Schätzungen ü...
Tripolis (APA/dpa) - Die Ansar al-Sharia ist in Libyen die radikalste salafistische Gruppierung. Ihr Ziel ist ein Gottesstaat. Schätzungen über ihre Stärke liegen zwischen wenigen Hundert und 5.000 Milizionären. Die USA haben sie auf die Terrorliste gesetzt, weil sie an dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi beteiligt gewesen sein soll. Bei dem Überfall im September 2011 starb der Botschafter Christopher Stevens.
Über den Anführer der Gruppe, Ahmed Abu Chattala, ist wenig bekannt. Das Nachrichtenportal „afrigatenews“ berichtete unter Berufung auf das Umfeld des radikalen Islamisten, dass der 41-Jährige aus einer Familie der Mittelschicht in Bengasi stamme. Er soll im Baubereich gearbeitet, sich zuletzt aber kaum noch gezeigt haben.
Ende der 1980er Jahre beteiligte er sich demnach an einem bewaffneten Aufstand gegen den Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi. Deswegen sei er 1991 inhaftiert worden. 2004 kam er laut Bericht im Rahmen einer Versöhnungsinitiative des Gaddafi-Sohns Saif al-Islam auf freien Fuß. Beim Aufstand gegen den Machthaber in Tripolis 2011 habe er sich unter anderem am Schutz des Flughafens Benina bei Bengasi beteiligt. 2012 sei er schließlich zur Ansar al-Sharia gestoßen.
Der Name bedeutet „Unterstützer des islamischen Rechts“. Unter dem Namen sind auch andere Salafistengruppen in der Region aktiv - unter anderem in Tunesien. Die Gruppierungen führen die schwarz-weiße Fahne mit der Aufschrift „Es gibt keinen Gott außer Gott“ mit sich - wie es auch die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und Großsyrien (ISIS) tut. Eine solche Flagge soll der Prophet Mohammed bereits geführt haben.
Die militanten Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Islam und sehen eine „islamische Ordnung“ mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an. Dafür kämpfen sie mit Waffengewalt.
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