Gesellschaft

An einen Abschied auf leisen Sohlen ist nicht zu denken

Bald-70er Ferry Polai organisiert auch heuer wieder eine große Tanzveranstaltung in der Olympiahalle. Zum ersten Mal sind die Alleskönner in Innsbruck zu Gast.

Von Marco Witting

Innsbruck –Vor rund einem Jahr hat Ferry Polai einmal gesagt, ein Jahr werde er noch Gas geben, sich dann langsam zurückziehen. Zwölf Monate später ist der rührige Tiroler Tanzmeister mehr denn je im Unruhestand. Zuletzt hat er mitgeholfen, ein aktuelles Buch aus der Taufe zu heben (Die Frühgeschichte des Walzers von Thomas Nußbaumer und Franz Gratl) und seine nächste große Tanzgala hat der Bald-70er (Anfang September) längst in der Pipeline. Als Tanzsportfunktionär ließ er sich zudem für drei weitere Jahre in die höchsten Gremien wählen.

„Ich fühle mich noch nicht so alt. Vielleicht wie Anfang 50“, sagt ein lachender Polai, der auch nach eigener Ansage den Jungen auf der Tanzfläche um die Ohren kreist. Der Sport halte ihn eben jung. Und damit alles frisch und munter bleibt, serviert der Tanzguru den Tirolern auch heuer wieder ein Haubenmenü. Eines, das er ihnen noch nie vorgesetzt hat.

Am 18. und 19. Oktober gastiert die Zehn-Tänze-Weltmeisterschaft in der Olympiahalle. Das sind die Zehnkämpfer des Tanzsports, wie der Fachmann erklärt. „Das ist unglaublich anstrengend. Lateinamerikanische und Standardtänze gleich hintereinander. Mehrere Runden. Ein enormes Programm. Das sind die härtesten Hunde im Tanzen.“ Die besten Allrounder also, wieder in einer Olympiahalle, in der fast Wohnzimmer atmosphäre herrscht. „Die positiven Eindrücke für die Zuschauer vom Vorjahr werden wir auch heuer wieder umsetzen.“ Der Kartenverkauf für die Großveranstaltung läuft bereits auf Hochtouren, die Anfragen aus dem Ausland trudeln laufend ein. Zudem ist das Kartenkontingent begrenzt. „Die besten Plätze sind schon fast zur Gänze weg.“

Polai wäre nicht Polai, würde er nicht wortgewaltig auf das umfangreiche Zusatzprogramm hinweisen. Tanzschulmeisterschaft, Latino Festival, Profis und Amateure im Gleichschritt. All das wird Mitte Oktober wieder in Innsbruck geboten. Und Polai verspricht: „Für das Publikum wird es natürlich sehr abwechslungsreich.“

Der Tausendsassa weiß, wovon er spricht. Gemeinsam mit seiner Gattin war er selbst vor etlichen Jahren zweimal auf Platz sieben bei ebendieser Zehn-Tänze-Weltmeisterschaft.

Insgesamt werden Hunderte Aktive nach Innsbruck kommen und um die Wette tanzen. Dazu kommen zahlreiche Fans. Ein enormer Wirtschaftsfaktor, wie Polai findet. „Wir haben den Termin auch absichtlich so weit nach hinten gelegt, um für die Hotellerie eine sonst eher ruhige Zeit zu füllen.“

Ohne Unterstützung durch Sponsoren sei dies alles nicht möglich. Was Polai fehlt, formuliert er klar: „Langfristige Zusagen durch öffentliche Hand und Tourismus.“