Irak - USA sicherten Bagdad Bereitschaft zum Kampf gegen ISIS zu

Washington/Bagdad (APA/dpa) - Die USA haben dem Irak Bereitschaft im Kampf gegen den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und...

Washington/Bagdad (APA/dpa) - Die USA haben dem Irak Bereitschaft im Kampf gegen den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) zugesichert. Washington sei bereit, die Unterstützung im Vorgehen gegen die sunnitischen ISIS-Kämpfer zu verstärken, sagte US-Vizepräsident Joe Biden am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Telefonat mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki.

Er stellte nach einer Mitteilung des Weißen Hauses aber auch klar, dass der Schiit Maliki die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Land einbeziehen müsse. Biden telefonierte auch mit dem Ex-Parlamentspräsident Osama al-Nujaifi, einem Sunniten, sowie dem Präsidenten der kurdischen Autonomieregion, Massoud Barzani.

Für einen möglichen Luftangriff der USA im Irak ist es wegen der chaotischen Lage im Land nach Ansicht von Generalstabschef Martin Dempsey noch zu früh. Vor solch einem Schritt müssten erst die nötigen Geheimdienstinformationen vorliegen, sagte Dempsey am Mittwoch (Ortszeit) in einer Anhörung im US-Kongress. Die militärischen Optionen würden derzeit weiterentwickelt und verfeinert - erst dann könne Präsident Barack Obama eine Entscheidung treffen.

Obama traf sich am Abend mit führenden Politikern von Senat und Abgeordnetenhaus, um über den Vormarsch der sunnitischen Extremisten zu beraten. Im Gespräch mit den vier Parlamentariern sei es um die „erhöhte Unterstützung in Sicherheitsfragen“ gegangen, teilte das Weiße Haus mit. Obama hätte noch einmal klargestellt, dass er keine US-Truppen in den Kampf mit Jihadisten schicken werde, teilte die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nach dem Treffen mit.

Jay Carney, der am Mittwoch seinen letzten Tag als Obamas Sprecher beging, stellte klar, dass lediglich 275 US-Soldaten in den Irak geschickt wurden. 170 davon sollten die Mitarbeiter der Botschaft schützen und bei Evakuierungen helfen. Die rund 100 weiteren seien im Land, um notfalls für Sicherheit und logistische Aufgaben zu sorgen und sich um Flugplätze zu kümmern. Zuvor hatten widersprüchliche Medienberichte zu diesen Angaben für Verwirrung gesorgt.