Notenbank: Schweizer Großbanken sollen krisenfester werden
Zürich (APA/Reuters/sda) - Die Schweizer Notenbank fordert von den Geldhäusern des Landes weitere Vorkehrungen gegen Konjunktur- und Finanzm...
Zürich (APA/Reuters/sda) - Die Schweizer Notenbank fordert von den Geldhäusern des Landes weitere Vorkehrungen gegen Konjunktur- und Finanzmarktkrisen. Credit Suisse und UBS empfahl der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität, insbesondere die Verschuldungsquote zu verbessern. Das Verlustpotenzial sei gemessen an ihrer Kapitalisierung immer noch beträchtlich.
Als unwahrscheinliche, aber mögliche Risiken prüfte die SNB die Auswirkungen mehrere Szenarien auf die Banken: So eine erneute Eskalation der Euro-Schuldenkrise, der Ausbruch einer Schwellenländerkrise, eine Rezession in den USA und ein schockartiger Anstieg der Zinsen in der Schweiz. Für das Land sei es wichtig, dass die Großbanken auch in Krisensituationen über eine angemessene Kapitalisierung verfügten. Die SNB wies zudem auf die Rechtsrisiken hin. Sowohl Credit Suisse als auch UBS mussten in den letzten Jahren Milliardenbußen verdauen.
Im Vergleich mit ausländischen Instituten schnitten die Schweizer Großbanken bezüglich ihrer Bilanzstärke uneinheitlich ab. Während die risikogewichteten Kapitalquoten überdurchschnittlich seien, treffe dies für die Verschuldungsquote nicht zu, erklärte die Notenbank. Die sogenannte Leverage Ratio misst das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme und nimmt anders als die übrigen Eigenkapitalregeln keinen Bezug auf die Risiken, die mit den jeweiligen Geschäften verbunden sind. Mit dieser Quote wollen die Aufseher verhindern, dass sich Banken über Gebühr aufblähen und wegen ihrer schieren Größe gefährlich für das System werden. „Im Krisenfall rückt sie erfahrungsgemäß ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer“, erklärte SNB-Direktor Jean-Pierre Danthine.
Ein UBS-Sprecher erklärte, die Bank nehme den Bericht zur Kenntnis. Credit Suisse wollte sich nicht äußern. Mit Blick auf die kleineren Schweizer Banken strich die SNB die auf historisch hohem Niveau liegenden Zinsrisiken hervor. Die hauptsächlich auf den heimischen Markt fokussierten Banken seien bei einem deutlichen Zinsanstieg und einer Preiskorrektur am Wohneigentumsmarkt besonders anfällig. Ein Raiffeisen-Sprecher erklärte, die Gruppe überwache laufend verschiedene Zinsszenarien und sei darauf vorbereitet, auch schwierige Zinsverhältnisse zu tragen.
Die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse haben dem Schweizer Banksektor 2013 indes zu mehr Gewinn verholfen. Die Summe der Jahresgewinne der Schweizer Banken stieg auf 11,9 Mrd. Franken (8,77 Mrd. Euro). Dies sind 4,8 Mrd. Franken mehr als noch im Vorjahr.
Die UBS verdiente knapp 3,4 Mrd. Franken, nach einem Verlust von 2,25 Mrd. Franken im Jahr zuvor. Die Credit Suisse nahm 2013 mit 2,32 Mrd. Franken fast doppelt so viel ein wie 2012. Dies führte auch dazu, dass sich gleichzeitig die Summe der Jahresverluste um insgesamt 5,5 Mrd. Franken auf 1,4 Mrd. Franken verringerte.
Von allen erfassten Banken wiesen 235 Banken einen Jahresgewinn aus, wie SNB in ihrem jährlichen Bericht „Die Banken in der Schweiz“ festhält. Im Vorjahr standen 254 Institute im Plus. Allerdings ist festzuhalten, dass sich die Gesamtzahl an Geldhäusern in der Schweiz innerhalb eines Jahres von 297 auf 283 verringerte. Davon wiesen 48 Institute laut SNB einen Verlust aus (Vorjahr: 43). Erstmals in die Berechnungen der SNB einbezogen wurde die Postfinance. Dies hatte den Effekt, dass die Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz 2013 um 2,6 Prozent auf knapp 2.850 Mrd. Franken stieg. Ohne die Postfinance hätte sich die Bilanzsumme um 46,1 Mrd. Franken oder 1,7 Prozent verringert. Einfluss hatte die Postfinance auch auf die Bedeutung des Inlandgeschäfts. Erstmals seit 1996 überstieg das Inlandgeschäft wertmäßig das Auslandsgeschäft der Schweizer Banken.
Mit Argusaugen beobachtet die Schweizerische Nationalbank den Immobilienmarkt respektive die Hypothekenvergabe der Institute. Die Hypothekarforderungen machen rund 30 Prozent der aggregierten Bilanzsumme aus. Im Berichtsjahr nahmen sie um 35,4 Mrd. auf knapp 870 Mrd. Franken zu. Am stärksten zum Anstieg beigetragen haben die Kantonalbanken, die Raiffeisenbanken sowie die Großbanken.
~ ISIN CH0024899483 CH0012138530 WEB http://www.ubs.com
https://www.credit-suisse.com ~ APA243 2014-06-19/13:37
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