Kerry geht auf Distanz zu irakischem Regierungschef al-Maliki

Washington/Bagdad (APA/AFP) - US-Außenminister John Kerry ist auf Distanz zum irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki gegangen. Washington ...

Washington/Bagdad (APA/AFP) - US-Außenminister John Kerry ist auf Distanz zum irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki gegangen. Washington versuche in der gegenwärtigen Krise, allen Irakern zu helfen, „es geht hier nicht um al-Maliki“, sagte Kerry in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders NBC. Derzeit verschärft sich die Kritik aus den USA an dem schiitischen Regierungschef.

US-Vizepräsident Joe Biden forderte in Telefonaten mit al-Maliki, Parlamentspräsident Osama al-Noujaifi sowie dem Präsidenten der Kurden-Region, Massoud Barzani, eine bessere Koordinierung der Sicherheitsfragen sowie die rasche Bildung einer neuen Regierung. Biden forderte laut dem Weißen Haus von Mittwoch insbesondere al-Maliki auf, alle Bevölkerungsgruppen einzubinden, „die Stabilität und Einheit in der irakischen Bevölkerung zu fördern und die legitimen Bedürfnisse der verschiedenen irakischen Volksgruppen zu berücksichtigen“.

Auch US-Generalstabschef Martin Dempsey machte den Umgang der irakischen Regierung mit der sunnitischen Minderheit für das Erstarken der Islamisten verantwortlich. Die Führung um al-Maliki habe die Iraker „im Stich gelassen“, sagte Dempsey bei einer Anhörung im Senat.