Hartes Training in der Schlucht
Ein riesiges Aufgebot an Rettungskräften war kürzlich bei einer Großübung im Namloser Tal dabei. Erstmals kam die Bergeseilbahn mit speziell entwickeltem Wagen zum Einsatz.
Von Simone Tschol
Namlos –Für die Ausbildung der Einsatzkräfte simulieren die Rettungsorganisationen im Bezirk immer wieder den Ernstfall. So auch kürzlich im Namloser Tal. Dort sahen sich vier Blaulichtorganisationen mit einem dramatischen Szenario konfrontiert. Übungsannahme für die Bezirks-Seilbahnbergeübung war nämlich der Absturz eines Fahrzeuges in den Namlosbach. Eine Person wurde dabei im Fahrzeug eingeklemmt, zwei weitere Insassen verletzt. Schlechtes Wetter machte zudem den Einsatz des Helis unmöglich.
Übungsziel der von der Bergrettung erstmals angelegten Großübung war es, die drei im Fahrzeug befindlichen Personen so schnell wie möglich zu bergen. Eine Herausforderung, die den Lebensrettern alles abverlangte. So mussten zuerst die Feuerwehrmänner mit der Bergeschere sowie der Notarzt 45 Meter in die Schlucht abgeseilt werden, um dann dort am Seil hängend – teils im eiskalten Wasser des Namlosbaches – die Verletzten aus dem Wrack zu bergen und medizinisch erstzuversorgen.
Als unverzichtbare Hilfe bei dem kniffligen Einsatz stellten sich die beiden frisch gebackenen Canyoning-Retter der Bergrettung, Peter Haider und Karlheinz Köpfle, heraus. „Ohne sie wäre der Einsatz gar nicht bewältigbar gewesen“, findet der Bezirksleiter der Bergrettung, Markus Wolf, nur lobende Worte.
Erstmals zum Einsatz kam dabei auch die von der Bergrettung Tirol für solche Herausforderungen entwickelte Seilbahn samt speziellem Wagen, der sowohl den schonenden Transport von Verletzten garantiert als auch die Sicherheit der Retter erhöht. „Das war eine saftige Übung und für alle sehr lehrreich“, meint Wolf und fügt hinzu: „Ich bin heillos stolz auf meine Truppe und darauf, dass die Kommunikation mit den anderen Blaulichtorganisationen so gut geklappt hat.“
An der Übung beteiligt waren die Bergrettungs-Ortsstellen Stanzach, Bichlbach, Berwang/Namlos, die BR-Canyoning-Truppe Stanzach, die Feuerwehren aus Häselgehr, Namlos und Stanzach, die Alpinpolizei und das Rote Kreuz mit Notarzt.
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