WM-Vorschau, Freitag

Schlager Schweiz - Frankreich, Italiener vor Costa Rica gewarnt

Mit einem Sieg im direkten Duell können sowohl die Schweiz als auch Frankreich mit dem Achtelfinale planen. Honduras droht gegen Ecuador ein trauriger Rekord.

Gruppe D

Italien - Costa Rica, 18.00 Uhr: Auf Italiens Fußball-Nationalmannschaft wartet nach dem gelungenen Auftakt gegen England ein vermeintlicher Punktelieferant. Am Freitag (18.00 Uhr MESZ) treffen die Azzurri auf Costa Rica. Die Mittelamerikaner haben mit dem 3:1-Sieg gegen Uruguay aber für Aufsehen gesorgt. Sie wollen sich auch gegen den vierfachen Weltmeister nicht mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Der Sieger der Partie hat beste Chancen auf den Achtelfinal-Einzug aus der Gruppe D.

Die für sie vorgesehene Rolle als Sparringpartner der „Weltmeister-Gruppe“ haben die „Ticos“ bereits abgelegt. Costa Rica überzeugte gegen Uruguay als starkes Kollektiv ohne sichtbare Schwächen. Mit Europa-Legionär Joel Campbell - der 21-Jährige war in der Vorsaison von Arsenal an Olympiakos Piräus verliehen - hat die Mannschaft im Angriff darüber hinaus einen pfeilschnellen Mann.

Aus dem Lager der Italiener kamen deshalb vorsichtige Töne. Man werde den Gegner nicht unterschätzen, lautete der Tenor. Ins offene Messer laufen wird die Mannschaft von Cesare Prandelli dem Außenseiter sicher nicht. „Wir müssen eine gesunde Angst vor Costa Rica haben“, betonte Mittelfeldspieler Daniele de Rossi sogar. Zugutekommen könnte dem Gegner die Ankickzeit um 13.00 Uhr Ortszeit und die damit verbundenen heißen Temperaturen.

Trotzdem seien natürlich drei Zähler das Ziel, betonte der dreifache WM-Teilnehmer. „Ich wünsche mir, dass wir schon gegen Costa Rica eine Runde weiterkommen“, sagte De Rossi. Daraus wird nach dem Sieg Uruguays gegen England nichts. Ein großer Schritt Richtung Achtelfinale wäre allemal getan.

Gruppe E

Schweiz - Frankreich, 21 Uhr: Vier Jahre nach dem Desaster in Südafrika läuft für Frankreich derzeit alles nach Wunsch. Auch ohne den verletzten Franck Ribery befinden sich „Les Bleus“ nach dem lockeren 3:0 gegen Honduras zum Start der Fußball-WM in Brasilien im Hoch. Am Freitag (21.00 Uhr MESZ) geht es im Duell der Auftaktsieger gegen die Schweiz, dem Sieger winkt das vorzeitige Achtelfinalticket.

„Es läuft bei uns alles so gut, dass man schon fast Angst bekommt“, meinte Frankreichs Patrice Evra vor dem Spiel gegen die Eidgenossen. Der Teamspirit sei hervorragend, betonte einer jener Kicker, die vor vier Jahren als Rädelsführer der Revolte gegen Ex-Teamchef Raymond Domenech vom Verband gesperrt wurden. Das Vertrauen in die eigene Stärke ist da - sollte laut Evra aber nicht überstrapaziert werden.

„Ich habe viel Respekt vor unseren Gegnern, aber unser gefährlichster Gegner sind wir“, meinte der mit 59 Länderspielen Erfahrenste im Team von Didier Deschamps. „An dem Tag, wo wir beginnen zu denken, dass es einfach ist und uns wie Stars aufführen, werden wir scheitern.“ Dann würden die Kritiker „die Guillotine schnell wieder auspacken“.

Die Schweiz hat gegen den Nachbarn seit 1992 (2:1) nicht mehr gewonnen, die jüngsten drei Duelle endeten mit Unentschieden. Zuletzt gab es bei der WM 2006 in der Gruppenphase ein 0:0. Seither hat sich die Schweiz weiterentwickelt, die nun von Ottmar Hitzfeld betreute Mannschaft ist für eine Überraschung gegen einen „Großen“ immer gut.

Beim Erfolg gegen Ecuador hatten die Schweizer mit dem Siegestreffer in der 93. Minute durch Haris Seferovic aber auch Glück. Hitzfeld setzt darauf, dass der späte Jubel seinen Schützlingen „Kraft und Selbstsicherheit“ gegeben hat. Um erneut zu gewinnen, werde man sich aber natürlich steigern müssen.

Honduras - Ecuador, 0 Uhr: Honduras droht ein peinlicher WM-Rekord: Die Mittelamerikaner müssen am Freitag im Gruppenspiel gegen Ecuador in Curitiba unbedingt vor der 37. Minute ein Tor schießen, sonst sind sie die Mannschaft, der bei einer Fußball-Weltmeisterschaft am längsten kein Treffer gelungen ist. Bislang hält Bolivien diese eher beschämende Bestmarke mit 517 Minuten. Erwin Sanchez beendete 1994 beim 1:3 gegen Spanien diese weit über fünf Partien dauernde Flaute.

Honduras hat seit 480 Minuten nicht mehr getroffen. Beim ersten WM-Start 1982 glückte Stürmer Antonio Laing beim 1:1 gegen Nordirland der bislang letzte Treffer. Damals scheiterten „Los Catrachos“ nach zwei Remis als Gruppenletzter mit zwei Punkten und 2:3 Toren nur knapp in der Vorrunde. Zuletzt in Südafrika blieb das Team ohne Treffer und holte beim 0:0 gegen die Schweiz nur einen Zähler. Bei der Copa do Mundo in Brasilien gab es zum Auftakt ein ernüchterndes 0:3 gegen Frankreich.

In der Torlos-Statistik belegt Honduras aktuell den dritten Rang. Algerien verhinderte mit seiner Führung beim 1:2 gegen Belgien, dass es Bolivien an der Spitze ablöst. Die Nordafrikaner liegen aber nach Angaben des Weltverbandes FIFA auf Rang zwei mit 506 Minuten.