Gesellschaft

Leise Hoffnung für Pema II

Am Innsbrucker Frachtenbahnhof werden vier Geleise teilweise stillgelegt. Das könnte Auswirkungen auf die Lärmentwicklung haben. Für den Wohnturm „Pema II“ wäre das von Vorteil.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Verhandlung sei gut und in bestem Einvernehmen verlaufen. Das sagt Pema-Chef Markus Schafferer. Am Dienstag dieser Woche hatte der Innsbrucker Stadtmagistrat zu einer mündlichen Verhandlung vor Ort in die Amraser Straße 2–4 geladen. Dort, wo Schafferer sein 60-Millionen-Euro-Projekt „Pema II“ verwirklichen will. 50 Meter hoch, mit Einkaufszentrum, Kultur-Plattform und rund 90 Wohnungen. Verhandelt wurde die angesuchte Baubewilligung für den Baugrubenaushub und die Baugrubensicherung. Bereits im vierten Quartal des heurigen Jahres will Schafferer die Bagger auffahren lassen. Diesen Termin wiederholt der Pema-Chef fast gebetsmühlenartig.

Zuvor gilt es aber, wichtigere Dinge als eine Baugrube auf Schiene zu bringen. Als da wäre die noch immer vom Land nicht erteilte aufsichtsbehördliche Genehmigung des vom Gemeinderat bereits beschlossenen Flächenwidmungsplans. Wie berichtet, soll es sich an der ausschließlichen Wohnnutzung des Turms spießen. Liegt die Amraser Straße 2–4 doch in Nachbarschaft zum Einkaufszentrum Sillpark und unmittelbar am Haupt-, respektive am Frachtenbahnhof – Lärm inklusive. Zuletzt kursierte das Gerücht, dass das Land die Wohn- zugunsten einer verstärkten Büronutzung einschränken wolle. Schafferer dementierte eine Umplanung seines Projektes aufs Schärfste. Eigentlich hätte die Stadt bis Ende Mai dem Land angeforderte Unterlagen oder allenfalls einen überarbeiteten Flächenwidmungsplan nachreichen sollen. Stattdessen suchte man erneut um eine Fristverlängerung an, bestätigt der für die Stadtplanung zuständige Stadtrat Gerhard Fritz (Grüne). Grund hierfür sei ein Schreiben der ÖBB.

ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel stellt Selbiges nicht in Abrede. Vielmehr sei das Schreiben auf „Wunsch der Pema“ verfasst worden. Darin legen die ÖBB den betrieblichen Status quo am Innsbrucker Frachtenbahnhof offen. Und der könnte sich für „Pema II“ zum Glücksfall entwickeln. So dürfte zumindest die – leise – Hoffnung der Pema lauten.

Denn die ÖBB bestätigen in diesem Schreiben, dass „die Durchfahrtsgeleise von 19 auf 15 reduziert worden sind“, wie Zumtobel sagt. Die dortigen Weichen seien bereits entfernt worden. Die Zufahrtskapazität vom Norden, also vom Sillpark her, würde dadurch um 20 bis 25 Prozent abnehmen. Zumtobel weist aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Situation „noch keinen Rückschluss auf die Lärmentwicklung“ zulasse. Denn ganz aufgelassen würden diese vier Geleise deshalb noch nicht, sagt Zumtobel. Vom Süden her seien sie als Abstellgeleise in Verwendung. Inwieweit eine Stilllegung in Frage komme, sei „wegen des Baus des Brennerbasistunnels noch in Schwebe“.

Fritz selbst sagt, dass um die Fristerstreckung beim Land auch deshalb angesucht worden sei, um nun auf ein neues Lärmgutachten zu warten. Selbiges soll von der Pema kommen.

Schafferer will weder das ÖBB-Schreiben noch die mögliche, für das Projekt vorteilhaftere Lärmentwicklung kommentieren. Vielmehr bleibt er guter Hoffnung: „Es gibt nach wie vor Themen, die es abzuarbeiten gilt.“ Offene Fragen würden beantwortet – und das in den kommenden Wochen. Das sei alles ganz normal. Schafferer gibt sich überzeugt, dass die Wohnnutzung des Turms „zu 100 Prozent“ realisiert werden könne.