Eurozonen-Großbanken haben bald Klarheit über künftige EZB-Aufsicht
Frankfurt (APA/Reuters) - Die größten Banken in der Eurozone haben bald Klarheit, wer von ihnen künftig nur noch von der Europäischen Zentra...
Frankfurt (APA/Reuters) - Die größten Banken in der Eurozone haben bald Klarheit, wer von ihnen künftig nur noch von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt wird. „Der Beschluss ist in den Entscheidungsgremien bereits gefallen und wird in Kürze den Banken mitgeteilt“, sagte der in der Deutschen Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand Andreas Dombret in einem am Freitag publizierten Reuters-Interview.
Die Notenbank nimmt die Institute seit Monaten genau unter die Lupe. Sie will sicherstellen, dass sie keine Altlasten in den Bankbilanzen übernimmt, wenn sie ab November als Aufseherin über die größten und komplexesten Institute die nationalen Behörden ersetzt. Ursprünglich war geplant, die endgültige Liste der direkt unter EZB-Aufsicht kommenden Geldhäuser im September zu veröffentlichen, nur etwa einen Monat bevor das Ergebnis von Bilanzprüfung und anschließendem Stresstest bekannt werden soll. Einige der überprüften Banken wollen vermeiden, auf Dauer unter die Fittiche der EZB zu kommen, etwa die deutschen Förderbanken.
Dombret betonte, der Fitness-Check der Branche müsse streng sein. „Sonst verfehlt er sein Ziel, nämlich die Glaubwürdigkeit der Banken in Europa wiederherzustellen.“ Sonderbehandlungen wie im Falle der vor der Abwicklung stehenden belgisch-französischen Bank Dexia, die beim Stresstest weniger hart rangenommen wird, müssten die absolute Ausnahme bleiben: „Erleichterungen während des Tests wird es aber nicht geben, die Anforderungen wurden auch nicht reduziert“, sagte der 54-Jährige, der vor vier Jahren zur Bundesbank kam. Vor seinem Wechsel war Dombret unter anderem in leitender Funktion für US-Banken in Deutschland tätig.
Dombret hält es im Gegensatz zur Chefin der unter dem Dach der EZB entstehenden Bankenaufsicht, der Französin Daniele Nouy, nicht für nötig, dass einige Banken die Tests nicht bestehen, damit Investoren und Öffentlichkeit wieder von der Gesundheit des Bankensektors überzeugt sind. „Die Glaubwürdigkeit hängt nicht von der Zahl der durchgefallenen Banken ab. Wir prüfen ergebnisoffen.“ Deutschland wäre seiner Ansicht nach gut vorbereitet, sollte eine hiesige Bank nicht bestehen. „Diese Frage stellt sich nicht. Grundsätzlich sind alle Euro-Länder aufgefordert, nationale Auffanglösungen einzurichten, bevor die Ergebnisse der Tests bekannt gegeben werden.“
Laut Dombret liegen die nationalen Aufseher und die EZB bei der Prüfung im Zeitplan, wenn auch relativ knapp: „Ich kann nicht erkennen, dass der Zeitplan für Bilanzprüfung und Stresstest in Gefahr wäre.“ Allerdings sei der Personaleinsatz „nochmals“ erhöht worden, damit der Zeitplan eingehalten und die Qualität sichergestellt werden könne, sagte Dombret. Allein aufseiten der deutschen Aufseher, also Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin zusammen, arbeiten rund 230 Mitarbeiter am Gelingen der Banken-Überprüfung. In allen Euro-Ländern, bei der EZB und den beteiligten Wirtschaftsprüfern sind es einige tausend.
~ WEB http://www.ecb.int
http://www.bundesbank.de ~ APA300 2014-06-20/13:22
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