Prozess gegen Reederei-Chef - Schuld an „Sewol“-Unglück abgestritten
Seoul (APA/dpa) - Mehr als zwei Monate nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ hat der Chef der Reederei vor Gericht die Schuld...
Seoul (APA/dpa) - Mehr als zwei Monate nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ hat der Chef der Reederei vor Gericht die Schuld für den Tod von etwa 300 Schiffsinsassen von sich gewiesen. Als Geschäftsführer spüre Kim Han Sik zwar „eine tiefe Verantwortung für den Unfall“, sagte der Anwalt des 72-jährigen Angeklagten laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag bei einer Voranhörung.
Doch Kim könne nicht persönlich für das Unglück und den Tod der Menschen verantwortlich gemacht werden. Der Prozess gegen Kim und vier andere Manager von Chonghaejin Marine begann vor dem Bezirkgericht in der südwestlichen Stadt Kwangju. Sie sind unter anderem wegen Fahrlässigkeit angeklagt.
Die Reederei soll die Fähre aus Profitgier regelmäßig überladen haben, so auch am Tag vor der Katastrophe am 16. April. Bei dem Unglück waren vor der Südwestküste Südkoreas mindestens 292 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer gelten zwölf der ursprünglich 476 Insassen - die meisten von ihnen Oberschüler - als vermisst.
Der Prozess gegen 15 leitende Crewmitglieder der „Sewol“ hatte in der vergangenen Woche begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, die Passagiere im Stich gelassen zu haben. Der Kapitän und drei andere sind wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt.
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