Peking schickt weitere Ölplattformen in Südchinesisches Meer
Peking (APA/AFP) - Inmitten der Territorialstreitigkeiten mit Vietnam hat China weitere vier Ölplattformen in das von beiden Ländern beanspr...
Peking (APA/AFP) - Inmitten der Territorialstreitigkeiten mit Vietnam hat China weitere vier Ölplattformen in das von beiden Ländern beanspruchte Südchinesische Meer geschickt. Drei „Nanhai“-Bohrinseln mit den Ziffern zwei, vier und fünf seien bereits an ihren Zielorten und würden dort in den kommenden vier bis acht Wochen Öl fördern, so die Chinesische Behörde für Meeressicherheit laut Staatsmedien vom Freitag.
Die vierte Plattform namens „Nanhai neun“ sei am Mittwoch auf den Weg gebracht worden, wie die Behörde bekanntgab. Eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums erklärte am Freitag, die Bohrungen würden in Küstengewässern vorgenommen, die zu den südlichen Provinzen Guangdong und Hainan gehörten.
General Nguyen Quang Dam von der vietnamesischen Gewässerpolizei sagte der staatlichen Zeitung „Thanh Nien“, „Nanhai neun“ habe Kurs auf ein Gebiet genommen, in dem China bereits vor fünf Jahren mehrere Bohranlagen installiert habe. „Wir beobachten die Lage genau und haben bereits Maßnahmen vorbereitet, um auf die möglichen Szenarien reagieren zu können“, sagte er.
Am Mittwoch waren Gespräche zwischen chinesischen und vietnamesischen Regierungsvertretern über den Streit ergebnislos beendet worden. Seit Jahrzehnten streiten beide Länder um Inseln im Südchinesischen Meer. In dem Gewässer kommt es deshalb immer wieder zu Zwischenfällen. China beansprucht für sich fast das gesamte Seegebiet, auf dessen Grund große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Doch auch andere südostasiatische Länder, neben Vietnam vor allem die Philippinen, erheben Ansprüche.
Der Konflikt hatte sich Anfang Mai zugespitzt, als Peking eine Tiefseebohrplattform vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Hanoi schickte Schiffe in die Gegend, die dort nach eigenen Angaben von chinesischen Schiffen angegriffen und gerammt wurden. China warf seinerseits Vietnam vor, seine Schiffe etliche Male gerammt zu haben.
In zahlreichen vietnamesischen Provinzen gab es in der Folge gewaltsame Proteste gegen chinesische Einrichtungen. Mindesten drei Chinesen wurden getötet. China brachte sicherheitshalber tausende seiner Staatsbürger zurück in die Volksrepublik.
Die Philippinen und die USA wollen ab der kommenden Woche ein gemeinsames Militärmanöver nahe dem Südchinesischen Meer abhalten. Dieses solle vor der Westküste der philippinischen Hauptinsel Luzon stattfinden, sagte ein Sprecher der philippinischen Armee, Rommel Rodriguez, am Freitag. Demnach handelt es sich um bei dem Manöver CARAT um jährliche Routineübungen, an denen fast tausend Soldaten aus beiden Ländern teilnehmen.
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