Limburg: Domkapitel räumt jetzt eigene schwere Fehler ein

Limburg (APA) - Die Aufarbeitung des Scherbenhaufens in der deutschen Diözese Limburg nach dem Rücktritt von Bischof Franz-Peter Tebartz van...

Limburg (APA) - Die Aufarbeitung des Scherbenhaufens in der deutschen Diözese Limburg nach dem Rücktritt von Bischof Franz-Peter Tebartz van-Elst wegen Verschwendung kirchlicher Gelder für ein Bauprojekt ist am Freitag einen großen Schritt weiter gekommen. Denn das Limburger Domkapitel räumte laut Kathpress in einer Erklärung Mitschuld ein.

Das Domkapitel hatte in der Zeit der Sedisvakanz - also noch vor der Ernennung Tebartz‘ - das Bauvorhaben selber beschlossen. Der Beschluss von 2007 betraf den Umbau des Limburger Dombergs, einschließlich einer neuen Bischofsresidenz. In der Folge wurden die Kosten systematisch verschleiert.

In der Erklärung von Freitag gestand das Limburger Domkapitel mit Blick auf das millionenschwere Bauprojekt sowie den Umgang mit dem zurückgetretenen Tebartz schwerwiegende Fehler ein. Konkret bezeichneten es die Priester als Fehler, die Initiative zum Bau eines Bischofshauses auf dem Domberg ergriffen zu haben. „Dazu fehlte uns die rechtliche Zuständigkeit“, heißt es in der Erklärung.

Zudem seien sie ihrer Rolle als Beratungs- und Kontrollgremium für den Bischof nicht „im notwendigen Maße“ nachgekommen. Auch betonten die Domkapitulare, sie hätten nicht „ausreichend Widerstand geleistet“ gegen die Eingriffe von Tebartz-van Elst in Zuständigkeiten des Domkapitels.

„Der Glaube vieler einzelner Christen und die Glaubwürdigkeit der Kirche im Ganzen haben in den vergangenen sechs Jahren großen Schaden genommen“, heißt es in der Erklärung. Unterzeichner sind Domdechant Günther Geis, Weihbischof Thomas Löhr, Personaldezernent Helmut Wanka, Dompfarrer Gereon Rehberg und der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. Die Domkapitulare bitten die Katholiken um Verzeihung für ihr „Versagen“. Sie seien ihrer moralischen Verantwortung nicht gerecht geworden.

Vor dem Hintergrund, dass „Machtmissbrauch und Vertrauensverlust“ das Bistum in einen Ausnahmezustand brachten, hätte es mehr Mut zum Widerstand gebraucht, so das Domkapitel. Der Blick gehe „mit Betroffenheit“ zurück. Geis, Wanka, Löhr, zu Eltz und Rehberg hoffen dennoch, dass nun ein „guter Neuanfang“ möglich werde.