EU nimmt deutsche Mobilfunk-Entscheidung unter die Lupe

Frankfurt am Main (APA/Reuters) - Die EU-Kommission stoppt vorerst eine Entscheidung der deutschen Bundesnetzagentur über Gebühren im Mobilf...

Frankfurt am Main (APA/Reuters) - Die EU-Kommission stoppt vorerst eine Entscheidung der deutschen Bundesnetzagentur über Gebühren im Mobilfunk. Die Vorgaben der Netzagentur verstießen gegen europäische Regeln, weshalb nun eine vertiefte Prüfung der deutschen Entscheidung eingeleitet worden sei, teilte die Kommission am Freitag mit.

Konkret geht es um den kleinen Telefonanbieter Sipgate Wireless. Die Preis-Berechnungsmethode der Netzagentur führe im vorliegenden Fall zu Preisverzerrungen. Die Bonner Regulierungsbehörde bleibt aber hart. „Wir sind von der Richtigkeit unserer Entgeltberechnung überzeugt“, sagte eine Sprecherin. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben nun drei Monate Zeit, um die Meinungsverschiedenheit beizulegen.

Nicht direkt betroffen von dem Zwist sind die vier großen Mobilfunk-Netzbetreiber. Die Höhe der Terminierungsentgelte für Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 steht seit Ende 2012 fest und gilt noch bis Ende November dieses Jahres. Terminierungsentgelte sind die Gebühren, die sich die Unternehmen untereinander für die Durchstellung von Gesprächen in Rechnung stellen. Die Netzagentur senkt die Preise regelmäßig, weshalb der Branche jedes Jahr Hunderte Millionen Umsatz durch die Lappen gehen.