Niederländer muss wegen Verkaufs von „Mein Kampf“ vor Gericht
Den Haag (APA/AFP) - Ein niederländischer Antiquar muss sich wegen des geplanten Verkaufs von Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ vor Ger...
Den Haag (APA/AFP) - Ein niederländischer Antiquar muss sich wegen des geplanten Verkaufs von Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ vor Gericht verantworten. Dem Buchhändler Michiel Van Eyck werde Aufruf zu Rassenhass und Diskriminierung zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Er sei für den 26. August vorgeladen worden.
Dem Buchhändler sei bewusst gewesen, dass in dem Buch zu Hass und Gewalt gegen Juden aufgerufen werde, so die Staatsanwaltschaft. Van Eyck war im vergangenen Jahr von einer jüdischen Organisation angezeigt worden.
Der Antiquitätenhändler selbst wies die Vorwürfe zurück. Er habe sich auf historische Objekte aus totalitären Staaten spezialisiert, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. „Ich verkaufe aber auch Werke wie Anne Franks Tagebuch, die Bibel oder Statuen von Lenin, Marx und anderen historischen Persönlichkeiten.“ In diesem Zusammenhang habe er auch „Mein Kampf“ zum Verkauf angeboten. Dies habe nichts mit seiner politischen Ausrichtung zu tun, sagte Van Eyck. Er sei aber überzeugt, dass es nichts nutze, die „Vergangenheit auszublenden“.
Der Verkauf von „Mein Kampf“ ist in den Niederlanden seit 1974 verboten. Im Falle einer Verurteilung drohen Van Eyck bis zu sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe in Höhe von 7.600 Euro. Hitler hatte nach seinem erfolglosen Putsch 1924 während einer Festungshaft mit der Arbeit an der Propagandaschrift begonnen und diese nach seiner Freilassung beendet. In dem Buch entwarf er die Grundzüge seiner antisemitischen Ideologie.
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