Zitadelle von Erbil im Irak zum Weltkulturerbe ernannt

Doha (APA/AFP) - Die UNESCO hat die berühmte Zitadelle von Erbil in der gleichnamigen irakischen Kurdenhauptstadt in seine Welterbeliste auf...

Doha (APA/AFP) - Die UNESCO hat die berühmte Zitadelle von Erbil in der gleichnamigen irakischen Kurdenhauptstadt in seine Welterbeliste aufgenommen. Damit gab die Organisation am Samstag inmitten des neuen Irak-Konflikts zwischen Jihadisten und Regierung auch ein politisches Signal. Außerdem wurden Jeddah in Saudi-Arabien, die Fabrik Van Nelle in Rotterdam und die Seidenspinnerei Tomioka in Japan neues Welterbe.

Die Aufnahme der historischen Zitadelle gab die Präsidentin des UNESCO-Weltkulturerbe-Komitees, Al Majassa bint Hamd Al-Thani, bei dem Treffen des Komitees in Doha bekannt. Ein Mitglied der irakischen Delegation begrüßte die Entscheidung als „Geschenk“ an das irakische Volk in Zeiten, in denen das Land so sehr gute Nachrichten brauche.

Der Irak wird derzeit von einem Aufstand von Jihadisten erschüttert, deren Ziel ein islamischer Gottesstaat ist. Seit Beginn der Offensive Anfang Juni eroberten die sunnitische Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS) und mit ihnen verbündete Islamisten weite Teile des Nordiraks. Hunderttausende Iraker flohen vor den Kämpfen. Die Großstadt Mossul, nur knapp 80 Kilometer von Erbil entfernt und zweitgrößte irakische Stadt, ist bereits in der Hand der Jihadisten.

Erbil zählt mit seinen mindestens 6000 Jahren Geschichte zu den ältesten ständig bewohnten Stätten der Welt. Die Zitadelle auf einem Plateau dominiert mit ihren hoch aufragenden und teils von Fenstern durchsetzten Mauern die Stadt.

Jeddah würdigte das Komitee der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) als einen der „wichtigsten Häfen auf den Handelsstraßen im Indischen Ozean“ seit dem siebenten Jahrhundert. Von hier aus seien die Waren in Richtung Mekka gebracht worden. Die Fabrik Van Nelle aus den 1920er Jahren sei eines der „Glanzstücke der Industriearchitektur des 20. Jahrhunderts“. Die 1872 bei Gunma nordwestlich von Tokio gebaute Seidenspinnerei Tomioka stehe für den Wandel Japans zur Industrienation, hieß es.

In Österreich gibt es derzeit neun Weltkultur- und Weltnaturerbe-Stätten, darunter das historische Zentrum der Stadt Salzburg, Schloss und Gärten von Schönbrunn oder die Semmering-Eisenbahn.

~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA207 2014-06-21/17:53