Fabrikgebäude, Kloster und Inkapfade neu auf UNESCO-Welterbeliste
Doha (APA/dpa/AFP) - Die UNESCO hat auf der Tagung ihres Welterbekomitees in Doha die Liste des Welterbes der Menschheit erweitert: Neu aufg...
Doha (APA/dpa/AFP) - Die UNESCO hat auf der Tagung ihres Welterbekomitees in Doha die Liste des Welterbes der Menschheit erweitert: Neu aufgenommen wurden etwa das Fabrikgebäude Van Nelle im niederländischen Rotterdam, die Seiden-Fabrik in Tomioka in Japan, die Zitadelle von Erbil im Irak und das Kloster Corvey im westfälischen Höxter. Insgesamt gibt es fast 1000 Welterbestätten, in Deutschland sind es nun 39.
Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hat auch das historische Dschidda in Saudi-Arabien, die alte Maya-Stadt Calakmul und den angrenzenden Regenwald auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, das Qhapaq Nan genannte Netz von Inkapfaden durch Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru, den knapp 2000 Kilometer langen Kaiserkanal in China oder den Stufenbrunnen Ran ki vav im indischen Patan neu auf die Liste der für die Menschheit wertvollen Stätten genommen.
Das Kloster Corvey gehörte mit seiner Schule und Bibliothek im Mittelalter zu den wichtigsten Vermittlern der christlichen Kultur. Die Errichtung geht zurück auf Ludwig den Frommen, der ab dem Jahr 822 gemäß dem Wunsch seines Vaters Karl des Großen an der Weser eine mächtige Reichsabtei errichten ließ. Das Westwerk, ein der Basilika vorgesetzter Kirchenraum aus rotem Bruchsteinmauerwerk mit zwei Fassadentürmen und einem zentralen mittleren Turm, wurde zwischen 873 und 885 gebaut. Es blieb trotz mehrerer Umbaumaßnahmen im Wesentlichen erhalten. Corvey liegt nahe der Stadt Höxter im Weserbergland - weitab großer Reiserouten. Künftig sollen Hinweistafeln an den Autobahnen auf das neue Welterbe aufmerksam machen. Bis zu 80.000 Besucher kamen bisher pro Jahr, um das ehemalige Kloster zu besichtigen. Aller Erfahrung nach bringt der Titel „Welterbestätte“ einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen mit sich.
Das Welterbekomitee tagt noch bis kommenden Mittwoch in Katars Hauptstadt Doha. Das Komitee, dem Experten aus 21 Ländern angehören, prüft auf seiner jährlichen Tagung, welche von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen werden. In diesem Jahr liegen dem Komitee über 40 Nominierungen vor.
Österreich ist heuer mit keiner Bewerbung vertreten. Die Entscheidung über die Münzstadt Hall in Tirol, die sich im Jänner 2014 beworben hat, wird vermutlich 2015 auf der nächsten Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Bonn fallen. In Österreich gibt es derzeit neun Weltkultur- und Weltnaturerbe-Stätten, darunter das historische Zentrum der Stadt Salzburg, Schloss und Gärten von Schönbrunn oder die Semmering Eisenbahn. 2011 wurden die Pfahlbauten in Attersee, Mondsee und Keutschacher See als neuntes UNESCO-Kulturerbe in Österreich anerkannt.
(S E R V I C E - Liste der Welterbe-Stätten: http://whc.unesco.org/en/list)
~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA213 2014-06-22/14:24
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