Messi für Argentinien Gold wert, Bosniens Traum bereits vorbei
In der Gruppe F schoss Lionel Messi Argentinien gegen den Iran ins Achtelfinale, die gescheiterten Bosnier indes kochen vor Wut.
Belo Horizonte, Cuiaba – Lionel Messi macht für Argentinien bei der Fußball-WM bisher den Unterschied aus. Die spielerisch enttäuschenden „Gauchos“ halten dank ihres Superstars beim Maximum von sechs Punkten und stehen bereits im Achtelfinale. Nach einem Assist und einem Treffer gegen Bosnien-Herzegowina (2:1) erzielte Messi am Samstag in Belo Horizonte gegen den Iran in der 91. Minute das Goldtor zum 1:0.
Dabei hatte sich auch schon Argentiniens auf der Tribüne sitzende Legende Diego Maradona mit Grauen abgewendet, ehe Messi noch zuschlug und die Blamage verhinderte. Als Belohnung gab es für die Argentinier u.a. einen freien Abend, den Messi mit Sohn Thiago und Freundin Antonella verbrachte.
Argentinier stehen fix im Achtelfinale
„Wir sind nun qualifiziert für die nächste Runde. Genau das hatten wir uns vorgenommen“, fasste Messi das Happy End für Argentinien zusammen. „Nicht einmal zwei Torhüter hätten Lionels Tor verhindern können“, lobte Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella.
Messis genialer Moment, in dem er den Ball mit seinem begnadeten linken Fuß aus 26 Metern vorbei an vier gegnerischen Spielern und dem bis dahin überragenden Keeper Alireza Haghighi ins lange Eck zwirbelte, bewahrte den Favoriten vor einer Nullnummer und harter Kritik. „Wenn du Messi hast, ist alles möglich“, meinte Sabella.
Die Fans, die dem vierfachen Weltfußballer ohnehin zu Füßen liegen, huldigten ihrem Liebling mit langgezogenen „Meeeeessi, Meeeeessi“-Rufen, die wie ein Donnerhall durch das Estado Minerao von Belo Horizonte schallten. „Ich habe das genossen“, sagte der Kapitän. Die Schlagzeilen in der Heimat waren dementsprechend. „Messi leuchtete zum Schluss auf und für Argentinien kam die Sonne heraus“, schrieb „Diario Popular“, das Blatt „La Nacion“ kommentierte: „Messi rettet Argentinien in einer der schlimmsten Partien der Geschichte.“
Bosniens Dzeko kritisiert den Schiedsrichter
Der WM-Traum von Debütant Bosnien-Herzegowina ist hingegen bereits nach dem zweiten Match zu Ende. Nach dem unglücklichen 1:2 gegen Argentinien mussten sich die Bosnier auch Nigeria mit viel Pech 0:1 geschlagen geben. Edin Dzeko und Co. kochten nach dem frühen Aus vor Wut und hatten den Schuldigen schnell gefunden.
„Der Schiedsrichter war eine Schande für diesen Wettkampf. Wir fahren nach Hause. Wir sind traurig darüber. Aber ich denke, der Schiedsrichter sollte nach Hause fahren, denn er hat das Resultat verändert, er hat das Spiel verändert. Deswegen haben wir verloren“, ärgerte sich Bosniens Stürmer Edin Dzeko nach der bitteren Pleite in Cuiaba über das Team des neuseeländischen Referees Peter O‘Leary.
„Wir haben nach dem Tor versucht, zurückzukommen. Davor war offensichtlich ein Foul an unserem Kapitän. Und als ich das Tor geschossen habe, war das niemals Abseits“, ergänzte der Angreifer von Manchester City. Ähnlich war die Reaktion in der Heimat. „Diebstahl in Cuiaba“, schrieb die Zeitung „Dnevni Avaz“.
Coach Safet Susic verzichtete hingegen auf eine Schiedsrichter-Schelte und suchte die Gründe für das Scheitern im eigenen Lager: „Wenn die meisten nicht auf ihrem normalen Level spielen, ist es schwer für uns zu gewinnen.“ Nigeria sei einfach entschlossener gewesen. (APA)
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