Mauretanier wählen Präsidenten - Bestätigung von Aziz erwartet

Nouakchott (APA/dpa) - Die Mauretanier haben am Samstag ihren Präsidenten gewählt. Beste Chancen, die Wahl in dem nordwestafrikanischen Wüst...

Nouakchott (APA/dpa) - Die Mauretanier haben am Samstag ihren Präsidenten gewählt. Beste Chancen, die Wahl in dem nordwestafrikanischen Wüstenstaat zu gewinnen, hatte der amtierende Präsident Mohammed Ould Abdel Aziz. Wie die Nachrichtenagentur ANI am Sonntag berichtete, lag der 57-Jährige nach den ersten Stimmenauszählungen deutlich vorne. Das Ergebnis wurde bis Montag erwartet.

Die Wahlbeteiligung lag nach diesen Angaben bei mehr als 60 Prozent. Dies dürfte Aziz begünstigen, denn ein Bündnis der größten mauretanischen Oppositionsparteien hatte die Wähler aufgerufen, den Urnengang zu boykottieren. Der Zusammenschluss beschuldigte den früheren Armeegeneral, den Ausgang der Wahl manipuliert zu haben. „Ich habe nicht die Befürchtung, dass es eine niedrige Wahlbeteiligung geben wird“, sagte Aziz dem französischen Auslandssender RFI.

Er war 2008 bei einem Putsch an die Macht gekommen und 2009 Präsident geworden. Seither gilt er als enger Verbündeter westlicher Staaten im Kampf gegen den Terrorismus in der Sahara. Seine Partei „Einheit der Republik“ hatte bei der Parlamentswahl im Dezember eine klare Mehrheit erreicht. Internationale Beobachter bewerteten sie als transparent und demokratisch. Bei der Wahl am Samstag hatte Aziz vier Gegenkandidaten.

Mit einer Fläche von gut einer Million Quadratkilometern ist die islamische Republik fast dreimal so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt Mauretanien an die von Marokko beanspruchte Westsahara, im Westen an den Atlantischen Ozean. Hauptstadt ist Nouakchott. Die 3,5 Millionen Einwohner sind Muslime. Haupteinnahmequellen sind der Export von Eisenerz sowie die Fischerei. Bis 1960 war Frankreich Kolonialmacht.