Standort Tirol

Baukosten belasten Neue Heimat

Trotz hoher Preise für Energie, Bau und Grundstücke will die Neue Heimat ihr Bauvolumen heuer auf 91 Mio. Euro steigern.

Von Beate Troger

Innsbruck –Trotz „schwieriger Großwetterlage“ zogen Hannes Gschwentner und Klaus Lugger gestern zufrieden Bilanz über ihr erstes gemeinsames Jahr in der Geschäftsführung der Neuen Heimat Tirol (NHT). Zu schaffen machten dem gemeinnützigen Bauträger, der zur Hälfte dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck gehört, vor allem massive Preissteigerungen bei den Baukosten und den Betriebskosten. „So manche Gemeinde schreibt bereits drei Parkplätze pro Wohnung vor“, kritisiert Lugger, Tiefgaragen gelten weiter als Status quo. Doch das treibe die Baukosten massiv in die Höhe und hebe auch die Mieten um bis zu 40 Prozent an.

Die Nachrüstung mit Liften sei jedoch eine „riesige Erfolgsgeschichte“, bilanziert er, die Bewohner seien überwiegend bereit, dafür höhere Betriebskosten zu akzeptieren. „Pro Stockwerk fallen Errichtungskosten von 6000 bis 7000 Euro an“, rechnet Co-Geschäftsführer Gschwentner vor, „die reinen Betriebskosten sind marginal.“ Angesichts der stetig alternden Gesellschaft gewinne die behinderten- bzw. seniorengerechte Ausstattung an Bedeutung, auch der Altbestand werde laufend adaptiert. „Ein Lift ist oft entscheidend, ob jemand noch lange alleine in seiner Wohnung leben kann“, erläutert Lugger.

Im Vorjahr hat die Neue Heimat insgesamt 422 Wohnungen mit einem Bauvolumen von 88,3 Mio. Euro fertiggestellt. Zusätzlich flossen 26,2 Mio. Euro in die Instandhaltung älterer Wohneinheiten. Das will Gschwentner heuer toppen: 575 Wohnungen um 91 Mio. Euro werden errichtet, davon 21 Prozent Eigentumswohnungen. „Vor allem für Familien mit niedrigem Einkommen ist Eigentum nicht leistbar“, sagt Lugger. Gleichzeitig betont er: „Wir stehen auf der Mietpreisbremse“, bei zwei Dritteln der 13.591 Mietwohnungen mache der Hauptmietzins weniger als 4 Euro je Quadratmeter aus. Seit 1980 betragen die Betriebskosten konstant 50 Cent pro Quadratmeter, bei Passivhäusern noch wesentlich weniger. Insgesamt verwaltet die NHT 33.088 Wohneinheiten.