„Translatio 2014“ an Uta Szyszkowitz und Ahmet Cemal verliehen

Klagenfurt (APA) - Klagenfurt steht diese Woche wieder ganz im Fokus des Literaturbetriebs. Grund sind die 38. Tage der deutschsprachigen Li...

Klagenfurt (APA) - Klagenfurt steht diese Woche wieder ganz im Fokus des Literaturbetriebs. Grund sind die 38. Tage der deutschsprachigen Literatur mit dem Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Traditionell wurde am Sonntag im Musil-Institut der „Translatio“ verliehen, der mit je 8.000 Euro dotierte Staatspreis für literarische Übersetzung ging diesmal an Uta Szyszkowitz und Ahmet Cemal.

Szyszkowitz wurde für ihre Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung meinte sie, wer übersetze, sei zwar ein armer Mensch, aber ein Mensch mit reichem Innenleben. Cemal erhielt den Preis für seine Literatur-Übertragungen in die türkische Sprache. Er konnte an der Preisverleihung nicht teilnehmen, für ihn kam Jale Melzer-Tükel, die in ihrer Laudatio ein fiktives Interview mit dem Übersetzer führte.

In ihrer Festrede meinte die Literaturkritikerin Sigrid Löffler: „Wir übersetzen immer. Alles ist Übersetzung.“ Sie bezog sich dabei auf die These des Literaturwissenschaftlers Georges Steiner, die sie zum Motto ihrer Ausführungen machte. Die These habe durch die Literatur von Migranten und deutsch schreibenden Autoren mit anderen Muttersprachen eine neue Bedeutung erhalten.

Während im Musil-Institut der Literaturkurs bereits begonnen hat, ist bis zum Auftakt der Tage der deutschsprachigen Literatur noch etwas Zeit. Am Mittwochabend wird bei der Eröffnung die Lesereihefolge für die 14 Autoren ausgelost, am Donnerstag beginnt das Wettlesen. Den Juryvorsitz hat wieder Burkhard Spinnen inne, am Sonntagvormittag werden die Juroren in offener Abstimmung die Preise vergeben. Der Bachmann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Dieses Jahr sind sechs österreichische Teilnehmer im Rennen, Olga Flor, die bereits einmal am Wettlesen teilgenommen hat, Gertraud Klemm, Roman Marchel, Georg Petz, Birgitz Pölzl und Tex Rubinowitz. Aus der Schweiz kommen Michael Fehr und Romana Ganzoni. Deutschland ist mit Katharina Gericke, Anne-Kathrin Heier, Karen Köhler, Kerstin Preiwuß, Tobias Sommer und dem aus Sri Lanka stammenden Senthuran Varatharajah vertreten. Das von Christian Ankowitsch moderierte Wettlesen im Klagenfurter ORF Theater wird live von 3sat übertragen. Nach den Lesungen sind die Texte auch im Internet verfügbar.