Polizeischließungen in Kufstein und Kitzbühel

Sag zum Abschied leise Servus

Drei Polizeiinspektionen in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel werden mit dem heutigen Tag zugesperrt. In Kirchbichl, Oberau und Jochberg hofft man weiterhin auf eine gute Betreuung durch die Polizei.

Von Michael Mader

und Harald Angerer

Kirchbichl, Oberau, Jochberg –Ein wenig Wehmut schwingt in der Stimme von Kirchbichls Postenkommandant Richard Hotter mit, wenn er erzählt, dass er und seine Kollegen heute den ganzen Tag über ihre persönlichen Sachen zur Polizeiinspektion nach Wörgl bringen werden. Auch Akten, die Waffen und die Autos kommen in die Nachbargemeinde – dort wo die Beamten künftig ihren Dienst versehen müssen. Gestern hat es noch eine kleine Abschiedsfeier gegeben.

Hotter war seit 2003 Postenkommandant. In Wörgl wird er zwar in der Dienstführung eingeteilt, Aussicht auf einen Kommandantenposten gibt es dort nicht. „Es ist ein Neuanfang, aber wir betreuen Kirchbichl ja nach wie vor“, glaubt Hotter, dass die Bevölkerung nicht viel von der Schließung mitbekommen wird.

Auch beim zweiten Posten, der im Bezirk Kufstein geschlossen wird, sind von der Polizeiinspektion Oberau noch Restarbeiten zu erledigen. „In Oberau gibt es dann künftig einen Polizeistützpunkt“, sagt Postenkommandant Josef Silberberger, der gestern Nachmittag das entsprechende Schild an Bürgermeister Rainer Silberberger übergeben hat. Auch die Beamten aus Oberau übersiedeln zur Polizeiinspektion Wörgl.

Deutliche Worte findet Kirchbichls Ortschef Herbert Rieder. Er ist immer noch sauer über die Postenschließung und spricht von einer Fehlentscheidung: „Mit zehn systemisierten Polizisten haben wir den größten Posten, der zugedreht wird.“ Mit Kirchbichl, Bad Häring und Teilen Langkampfens seien rund 10.000 Einwohner zu betreuen gewesen. Einem Polizeistützpunkt stehe die Gemeinde grundsätzlich positiv gegenüber. Was es bringen wird, weiß Rieder aber nicht: „Es gibt dann ja keine fixen Anwesenheitszeiten.“ „Ich bin gespannt, wie es läuft“, herrscht bei Wildschönaus Bürgermeister Rainer Silberberger nach wie vor Unverständnis über die Schließung.

Im Bezirk Kitzbühel wird es in Jochberg ab heute keinen Polizeiposten mehr geben. Die Beamten der Dienststelle übersiedeln nach Kitzbühel, von dort aus wird Jochberg mitbetreut. Von Wehmut ist bei Postenkommandant Günter Plevnik keine Spur. Es sei absehbar gewesen, dass der Posten zugesperrt wird. Gestern war er und seine Beamten mit dem Ausräumen des Postens beschäftigt. Für die Bevölkerung wird sich mit dem heutigen Tag nicht viel ändern, schon seit einigen Tagen wird der Regeldienst von Kitzbühel aus geführt.

Nur schwer über den Verlust des Polizeipostens hinweg kommt Jochbergs Bürgermeister Heinz Leitner. Er habe Gespräche mit den Zuständigen an der PI Kitzbühel geführt und hofft, dass der Kontakt funktioniert. Für die Räumlichkeiten, in denen die PI untergebracht war, sucht die Gemeinde nun Nachmieter. „Wenn es gelingt, neue Arbeitsplätze hier herzubringen, hätte es zumindest etwas Gutes gehabt“, sagt Leitner.