Für mehr Sicherheit zugesperrt
In Längenfeld und Vils wurden am Montag die Polizeiinspektionen aufgelassen. Während die Vorgesetzten von mehr Präsenz auf der Straße sprechen, sind die betroffenen Bürgermeister noch immer sauer.
Von Alexander Paschinger und Hans Nikolussi
Längenfeld, Vils –Die Tatsache war ja schon seit Monaten bekannt. Dennoch war der Montag in der Polizeiinspektion Längenfeld mit Emotionen verbunden. So schaute etwa schon in der Früh Bürgermeister Ralf Schonger ein letztes Mal vorbei. „Am Abend um 19 Uhr wird der Schlüssel umgedreht“, erklärte ein Beamter, der künftig seinen Dienst in Oetz schieben wird. Mit zwei weiteren Kollegen vom Posten Längenfeld – die anderen drei sind der Polizei Sölden zugeteilt. Damit ist der Posten nach 16 Jahren wieder Geschichte.
Wobei so ganz ausgedient hat die Dienststelle noch nicht: Bis beim Gemeindeamt nämlich das Polizei-Kontaktbüro (bei Bedarf) geöffnet und die Notruftaste installiert ist, werden die alten Räume genutzt. Beim einem Sicherheitstreffen in der Vorwoche ließ sich Schonger die tägliche Präsenz zum Schulbeginn garantieren. Ansonsten stört ihn noch immer die Vorgangsweise.
Heute Dienstag ist für die Beamten aber einmal „Reisetag“. Es gilt, die persönlichen Dinge zu packen und zum neuen Dienstort zu bringen. Noch ein wenig unklar ist den Beamten vor Ort, wohin die vielen Akten kommen.
Auch die einzige „Stadtpolizeiinspektion“ des Außerferns, die der kleinen Kommune Vils an der Grenze zum Allgäu, ist geschlossen. Acht der neun Beamten der aufgelassenen Dienststelle werden in Zukunft im Bezirkshauptort ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Einer wird der Polizeiinspektion in Elbigenalp zugeteilt. Für Bezirkskommandant Egon Lorenz ist mit der Auflassung der Inspektion sogar ein spürbarer Mehrwert verbunden. „Wir werden durch die Aufstockung in Reutte ab sofort eine tägliche Doppelstreife im Einsatz haben. Das war vorher auf Grund der Personalressourcen nicht möglich“, meint er zu neuen Situation.
Bei der Kontrollstelle Musau, die von Vils aus betreut wurde, wird sich nichts ändern. Die Mannschaft, die schon bis jetzt dort im Einsatz stand, wird ihre Agenden auch in Zukunft im gleichen Ausmaß wahrnehmen. Die neuen Dienstpläne in der „aufgestockten“ zentralen Inspektion in Reutte stehen bereits. Bürgermeister Günter Keller aus Vils gibt sich eher zugeknöpft. „Meine Meinung ist beim Bezirkskommando und auch im Innenministerium durchaus bekannt.“
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