Kursrally lockt weltweit mehr Unternehmen an die Börsen - Studie

Frankfurt am Main/Stuttgart (APA/dpa) - Angesichts der Rekordjagd an den Aktienmärkten wagen nach einer Studie weltweit wieder mehr Unterneh...

Frankfurt am Main/Stuttgart (APA/dpa) - Angesichts der Rekordjagd an den Aktienmärkten wagen nach einer Studie weltweit wieder mehr Unternehmen den Schritt an die Börse. Auch in Deutschland gebe der Markt für Börsengänge wieder kräftige Lebenszeichen von sich, betonte das Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young) am Montag bei der Vorlage seines weltweiten Barometers für IPO („Initial Public Offering“ bzw. Erstemissionen).

„Die aktuell positive Entwicklung verspricht ein gutes IPO-Jahr in Deutschland - voraussichtlich das stärkste seit 2007, als insgesamt 7,85 Mrd. Euro bei Börsengängen in Deutschland erlöst wurden“, sagte EY-Experte Martin Steinbach. 2013 lag das Emissionsvolumen in Deutschland nach den Angaben bei nur 2,35 Mrd. Euro.

Nach der Studie hat der weltweite Markt für Börsengänge im ersten Halbjahr 2014 geboomt. Er erreiche inzwischen wieder Vorkrisenniveau: Von Jänner bis Ende Juni gingen demnach weltweit 563 Unternehmen an die Börse nach 368 im Vorjahreszeitraum - ein Plus von 53 Prozent. Auch das Gesamtemissionsvolumen lag mit 110,2 Mrd. Dollar (80,9 Mrd. Euro) deutlich über dem Vorjahresniveau von 71 Mrd. Dollar.

Die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken hat zu Kursfeuerwerken und neuen Rekordständen an Börsen in aller Welt geführt. So übersprang der deutsche Leitindex DAX am 5. Juni erstmals die magische 10.000-Punkte-Marke.

Das lockt inzwischen auch im lange Zeit kriselnden Europa wieder mehr Unternehmen aufs Parkett. Nach den EY-Angaben gingen im ersten Halbjahr in Europa 152 Unternehmen an die Börse - genauso viele wie in den USA. Denn auch an den US-Börsen läuft das Geschäft rund: Erstmals seit über zehn Jahren wurden dort wieder in drei Quartalen nacheinander jeweils mehr als 70 Börsengänge verzeichnet.

Das Emissionsvolumen hat sich in Europa gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 10,7 auf 38,6 Mrd. US-Dollar nahezu vervierfacht und liegt damit höher als in den USA (33,8 Mrd. Dollar). „Von dem Aufschwung in Europa profitieren nicht nur einzelne Finanzplätze“, sagte Steinbach. Der Zugang zum Kapitalmarkt stehe auf einem breiten Fundament: „Das hatten wir lange nicht mehr.“

Auch Deutschland scheint sich nicht länger von der Entwicklung abzukoppeln. Sechs Neuzugänge im ersten Halbjahr - darunter der Baustoffhersteller Braas Monier oder Glasfedernspezialist Stabilus - zeugten von den attraktiven Rahmenbedingungen am deutschen Kapitalmarkt, erklärte EY. Insgesamt hätten die sechs Neuemissionen rund 1 Milliarde Euro Platzierungsvolumen gebracht. „Nachdem der weltweite IPO-Boom im ersten Quartal an Deutschland vorbeigegangen war, sind die jüngsten Börsengänge ein sehr ermutigendes Signal“, sagte Steinbach. Zumal weitere Kandidaten in den Startlöchern stünden: „Neben mehreren größeren Neuemissionen sind in den nächsten Monaten auch einige Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von bis zu einer halben Milliarde Euro möglich.“

In Österreich haben sich heuer die ehemalige Immofinanz-Wohnungstochter Buwog sowie der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC an die Börse gewagt.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA190 2014-06-30/11:32