Irak - Merkel-Berater: Skepsis bei militärischem Vorgehen gegen ISIS
Berlin (APA/Reuters) - Skeptisch zu den Erfolgschancen eines militärischen Vorgehens gegen die radikal-sunnitische Terrorgruppe ISIS im Irak...
Berlin (APA/Reuters) - Skeptisch zu den Erfolgschancen eines militärischen Vorgehens gegen die radikal-sunnitische Terrorgruppe ISIS im Irak äußerte sich der außenpolitischen Berater der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Dieses Problem ist nur politisch lösbar, weil es politische Ursachen hat“, sagte Christoph Heusgen am Montag auf einer außenpolitischen Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.
Es klinge zwar „ziemlich logisch“, dass man den ISIS-Vormarsch militärisch aufhalten müsse. Aber man müsse dann vor allem in den von Sunniten bewohnten Gebieten im Irak angreifen. „Wenn man dort bombardiert, wird man natürlich Zivilbevölkerung auch beeinträchtigen“, warnte Heusgen. Dies könne eher zu Protesten der sunnitischen Bevölkerung führen. Diese fühle sich an der von Schiiten geführten irakischen Regierung in Bagdad nicht ausreichend beteiligt.
Schlüssel für eine Lösung im Irak sei vielmehr, dass in Bagdad eine Regierung gebildet werde, die nicht nur Schiiten, sondern auch andere Bevölkerungsgruppen beinhalte, sagte Heusgen. Diese fehlende Einbeziehung eines Teils der Bevölkerung sei die Ursache des Konflikts im Irak. „In dem Zusammenhang kann man dann vielleicht zu Lösungen kommen.“ Bereits in den vergangenen Tagen hatten sowohl die USA als auch die deutsche Regierung eine Regierungsumbildung in Bagdad gefordert.
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